Finanzglossar Z
Zahlungsverkehr
In einer modernen Wirtschaft erfolgen täglich viele Millionen von Zahlungsvorgängen.
Sie finden entweder bar - d.h. durch Zahlung von Banknoten
und Münzen
- oder bargeldlos statt. Im inländischen und im grenzüberschreitenden
Zahlungsverkehr spielen die Zentralbanken (Bundesbank) und die Banken die
entscheidende Rolle, denn sie versorgen Wirtschaft und Bevölkerung
mit dem nötigen Bargeld. Darüber hinaus wickeln sie bargeldlos
Zahlungen ab, die im Kundenauftrag mittels Überweisung,
Scheck oder Lastschriftverfahren
von Konto zu Konto ausgeführt werden. Einen wesentlichen Aufschwung
erlebte der bargeldlose
Zahlungsverkehr in der Bundesrepublik in den sechziger Jahren
mit dem Übergang von der baren zur bargeldlosen Lohn- und Gehaltszahlung;
eine weitere Steigerung brachte die Einführung von eurocheque
und -Karte. Wenn
sich beispielsweise Zahlungen vom eigenen Wohnzimmer aus über Bildschirmtext
oder mittels EUROCARD
(eurocheque) bzw. mit Chipkarte an den Kassenterminals des Einzelhandels
(Electronic Cash)
weiter durchsetzen, wird sich der Anteil bargeldloser Zahlungen nochmals
deutlich erhöhen.
Zeichnung
Schriftliche Verpflichtung zur Übernahme eines bestimmten Betrages
neu emittierter, zum Verkauf angebotener Wertpapiere.
Zeitfilter
Für längerfristige Analysen und die Bestätigung von Trends bietet es sich
bei vielen Indikatoren an, die nächstlängere Zeitspanne zu betrachten,
um den übergeordneten Börsentrend zu ermitteln.
Zeit-/Preis-Ratio
Bei der Darstellung von Charts entsteht das Problem, daß sämtliche Preise
im Chart abgebildet werden müssen. Je größer die Trading Range, desto
stärker müssen die Kurse vom entsprechenden Chartprogramm zusammengestaucht
werden, damit sie auf den Bildschirm passen. Umgekehrt wird die Software
in Seitwärtsphasen mit geringer Handelsspanne die Preise auseinanderziehen.
Vergleichen Sie die Situation mit einem Spiegelkabinett, indem Sie je
nach Krümmung des Spiegels schlanker oder dicker erscheinen.
Zeitpunkt
Ein Zeitpunkt ist ein Informationselement,
das durch Datum, Uhrzeit und Zeitzone näher beschrieben wird. Es
gibt folgende Zeitpunkte:
Zeitwert
Der Zeitwert einer Option
errechnet sich aus der Differenz zwischen Optionspreis
und Innerem Wert.
Einflußgrößen bei Ermittlung des Zeitwertes sind die Restlaufzeit
der Option und
die erwartete Volatilität
des zugrundeliegenden Bezugswerts.
Je kürzer der Zeitraum bis zum Verfallstag
und je geringer die Volatilität,
desto niedriger ist der Zeitwert
Zentralbank
s. Deutsche Bundesbank
Zentralbankgeldmenge
s. Geldmenge
Zentralbankrat
Oberstes Gremium der Deutschen Bundesbank. Zusammensetzung:
- Präsident und Vizepräsident
der Deutschen Bundesbank
- Mitglieder des Direktoriums der
Deutschen Bundesbank
- Präsidenten der Landeszentralbanken
Dem Zentralbankrat obliegen als unabhängigem Organ die geld- und kreditpolitischen
Maßnahmen zur Stabilisierung der Währung. Er legt die Höhe
des Diskontsatzes,
des Lombardsatzes,
die Höhe der Rediskontkontingente
sowie den Mindestreservesatz fest. Seiner Verantwortung unterliegt auch
die Offenmarktpolitik.
Zentraler Kapitalmarktausschuß
(ZKMA)
Seit 1957 bestehendes Gremium aus Vertretern der wichtigsten Emissionsbanken,
der Deutschen Bundesbank und der Bundesregierung,
das Empfehlungen zur Emissionsplanung der öffentlichen Hand sowie
der Emittenten aus dem privaten Sektor ausspricht.
Ziel ist es, mögliche Überlastungen des Marktes durch Neuemissionen
zu vermeiden.
Zentraler Kreditausschuß
(ZKA)
Setzt sich aus Vertretern der Spitzenverbände der Kreditwirtschaft
zusammen. Als beratender Ausschuß vertritt er die Gesamtinteressen
der Kreditwirtschaft. In diesem Jahr hat der Bundesverband deutscher Banken,
der Verband der Kreditbanken, den Vorsitz.
Zerobond
Anleihe, die nicht mit Zinskupons ausgestattet ist (Null-Kupon-Anleihe).
Anstelle periodischer Zinszahlungen stellt hier die Differenz zwischen dem
Rückzahlungskurs und dem Emissionskurs den Zinsertrag bis zur Endfälligkeit
dar. Der Anleger erhält demnach nur eine Zahlung: den Verkaufserlös
bei einem vorzeitigen Verkauf oder den Tilgungserlös bei Fälligkeit.
I.d.R. werden Zerobonds mit einem hohen Abschlag (Disagio)
emittiert und im Tilgungszeitpunkt zum Kurs von 100% (zu Pari)
zurückgezahlt. Je nach Laufzeit,
Schuldnerbonität und Kapitalmarktzinsniveau liegt der Emissionskurs
mehr oder weniger deutlich unter dem Rückzahlungskurs.
Zero-Cost-Collar
Collar, bei dem die zu zahlende Prämie
aus dem Cap genauso hoch ist wie die zu empfangende
Prämie aus dem Floor
Zickzack-Chart
Der Zickzack-Chart, auch Renko-Chart genannt, gehört zu den zeitunabhängigen
grafischen Kursdarstellungen.
Zins
Entgelt für das Zurverfügungstellen von Geld und Kapital. Es
gibt zahlreiche volkswirtschaftliche Lehrmeinungen zur Erklärung
des Zinses. Eine der realistischsten dürfte sein, wonach sich der
Zins aus einem Entgelt für die Liquiditätshergabe, einer Währungsentwertungsquote
und einer Risikoprämie zusammensetzt.
Zinsabschlagsteuer
Spezielle Form der Kapitalertragsteuer. Von Zinsen
aus verbrieften und nichtverbrieften Kapitalforderungen wird ein Zinsabschlag
von 30%, bei Tafelgeschäften von 35% einbehalten. Er ist auf die
Einkommens- bzw. Körperschaftssteuer anrechenbar. Im Rahmen eines
Freistellungsauftrages für Kapitalerträge kann der Kunde jedoch
im vorhinein die Aussetzung dieses Zinsabschlages bis zur Höhe von
6.100 DM (12.200 DM für Verheiratete), mit Ausnahme der Tafelgeschäfte,
bewirken.
Zinsberechnungsmethode
Die Methode, nach der die Anzahl der Tage für die Berechnung von
Zinsen bestimmt wird (Act./Act., Act./360).
Zinsertragskurve (yield
curve)
Gibt die Rendite von Anleihen
in Abhängigkeit von der Endfälligkeit wieder.
Zinsmethode
Die Zinsmethode ist ein Verfahren zur Ermittlung der Tage, die bei der
Berechnung der Zinsflüsse zugrunde liegt. Ausprägungen:
- act / act -> amerikanische Usance;
- act / 360 -> französische Usance;
- act / 365 -> englische Usance;
- 30/360 -> deutsche Usance;
- exact / exact -> @...
Zinsoptionsanleihe
Zinsoptionsanleihen sind Schuldverschreig´bungen, denen ein Zinsoptionsschein
beigefügt ist. Er räumt den Anlegern das recht ein, eine bestimmte
Anleihe zu vorher festgelegten Konditionen innerhalb eines festgelegten
Zeitraumes zu kaufen (Call) oder zu verkaufen
(Put). Die Zinsoptionsscheine können von
der Anleihe getrennt und separat gehandelt werden; sie können auch
separat als eigene Tranche emittiert werden.
Werden Zinsoptionsscheine zusammen mit einer Anleihe begeben, bezeichnet
man die Anleihe, der die Optionsscheine beigefügt sind als "Front
Bond"; die durch den Zinsoptionsschein zu beziehende Anleihen nennt
man "Back Bond". Siehe auch Optionsanleihe
und Optionsschein
Zinsphasen-Anleihe
Zinsphasen-Anleihen stellen eine Mischform zwischen fest- und variabel
verzinslichen Anleihen dar. Sie haben eine Laufzeit von i. d. R. 10 Jahren
und sind in den ersten Jahren mit einem festen Kupon ausgestattet. Danach
folgt eine Phase von mehreren Jahren mit einer variablen Verzinsung, die
sich an Geldmarktkonditionen
orientiert. Die restlichen Jahre werden wieder mit einem Festsatz verzinst.
Zinssatz
Der Zinssatz legt die Höhe der Zinsen fest. Er
ist der Preis, den ein Schuldner für das Leihen von Geld entrichten
muß, beziehungsweise das Geld, das ein Gläubiger für die
Überlassung von Kapital bekommt.
Zinsschein
Auch: Kupon. Der festverzinslichen Wertpapieren
beigefügte Quittungsvordruck, gegen dessen Einreichung am Zinstermin
der fällige Zinsbetrag gezahlt wird. Dem Zinsscheinbogen, auf dem
mehrere Zinsscheine zusammengefaßt sind, hängt ein Erneuerungsschein
Talon an.
Zinsswap
Austausch von unterschiedlichen Zinszahlungen auf einen nur zur Zinsberechnung
zugrundeliegenden Nominalbetrag.
Zins-/Währungsswap
Kombination aus einem Währungs-
und einem Zinsswap.
Zinstender
Versteigerungsverfahren, insbesondere bei der Ausschreibung von Wertpapierpensionsgeschäften.
Hierbei muß das bietende Kreditinstitut
sowohl den Zinssatz, zu dem es berücksichtigt
werden möchte, als auch das Volumen nennen, das es gerne übernehmen
möchte. Während das Kreditinstitut bei dem amerikanischen Verfahren
nach dem von ihm gebotenen Zinssatz zugeteilt wird, wird bei dem holländischen
Verfahren ein Einheitszinssatz ermittelt, der dem günstigsten zugeteilten
Zinssatz entspricht und für alle beteiligten Institute gültig
ist. Neben dem Zinstender gibt es noch den Mengentender.
Zinstermin
In den Anleihebedingungen festgelegte Termine
für die jeweils fällige Zinszahlung. I.d.R. werden in Deutschland
die Zinsen einmal jährlich, in anderen Ländern überwiegend
halbjährlich oder vierteljählich (z.B. in den USA) nachträglich
gezahlt.
Zinsvorleistungsrisiko
Dieses Risiko entsteht aus den vertraglich geregelten beiderseitigen Zinszahlungen
aus Swaps für den Fall, daß unsere unterjährigen floating-rate-Zahlungen
zeitlich vor der zu erhaltenden Festzinszahlung liegen.
Zinszahlungszyklus
Der Zinszahlungszyklus gibt an, ab wann und wie oft die Zinsen gezahlt
werden, z.B. monatlich, halbjährlich, jährlich. Es gibt bspw.
Bonds, die einen halbjährlichen Verzinsungszyklus
haben, die Zinsen aber nur jährlich gezahlt werden.
ZKA
Abk. für Zentraler Kreditausschuß
ZKMA
Abk. für Zentraler Kapitalmarktausschuß
Zulassung
Die Zulassung von Wertpapieren zum amtlichen Handel erfolgt durch Zulassungsantrag
bei der Zulassungsstelle. Der Antrag enthält alle wertpapierbezogenen
Angaben (Betrag, Art, Höhe, Termine) und wird publik gemacht durch:
- Aushang im Börsensaal
- Veröffentlichung im jeweiligen Börsenpflichtblatt
- Veröffentlichung im Bundesanzeiger.
Vor jeder Emission
eines Wertpapieres ist ein Börsenprospekt
zu veröffentlichen, mit allen Angaben zur Beurteilung des Wertpapiers.
Die Zulassung zum Börsenbesuch und zur Teilnahme am Börsenhandel
wird in der Börsenordnung
der jeweiligen Wertpapierbörse festgelegt.
zusammengesetzter
Dealtype
siehe Strukturiertes Produkt
zusammengesetztes
Produkt
siehe Strukturiertes Produkt
Zwischenschein
Urkunde, die nach der Gründung einer Aktiengesellschaft
oder nach einer Kapitalerhöhung vor Ausstellung
der endgültigen Aktien an deren Stelle ausgegeben
wird.
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