Finanzglossar U
U-Schätze
Abk. für unverzinsliche Schatzanweisungen. Diskontpapiere des Bundes
mit Laufzeiten von bis zu zwei Jahren. U-Schätze richten sich vorwiegend
an institutionelle Investoren, obwohl grundsätzlich jedermann zum Erwerb
berechtigt ist. Sie werden als Einmalemission im Tenderverfahren
begeben und haben eine Mindeststückelung von DM 500.000,--. U-Schätze
werden nicht in den Börsenhandel eingeführt.
Übernahmekodex
Eine von der Börsensachverständigenkommission erstellte Empfehlung
von Verhaltensnormen für die an freiwilligen öffentlichen Übernahmeangeboten
beteiligten Parteien. Der Kodex ist - unbeschadet gesetzlicher Regelungen
- als flexibles Instrument konzipiert, das im Laufe der Zeit gemäß
den Erfahrungen aus der Praxis angepaßt wird. Er trifft zwar keine
Aussagen über die Zweckmäßigkeit von öffentlichen
Übernahmen, soll jedoch dazu beitragen, daß öffentliche
Angebote all die Informationen enthalten, die für eine sorgfältige
und sachgerechte Entscheidung der Wertpapierinhaber und der Organe der
betroffenen Gesellschaft (Zielgesellschaft) notwendig sind. Der Kodex
soll Marktmanipulationen vorbeugen und sicherstellen, daß alle Beteiligten
die Grundsätze von Treu und Glauben beachten.
Übernahmekommission
Die Mitglieder der Übernahmekommission werden von der Börsensachverständigenkommission
beim Bundesministerium der Finanzen berufen. Der Übernahmekommission
obliegt im Zusammenhang mit dem Übernahmekodex
vor allem eine Schiedsfunktion.
Überwachungssystem
Als Überwachungssystem werden alle in den entsprechenden Abteilungen
der Zentrale oder der in- und ausländischen Töchtern einer Unternehmung
eingesetzten DV-Systeme bezeichnet, die zur Überwachung der Adressenausfallrisiken
aufgrund von Handelsgeschäften
genutzt werden.
Überweisung
Buchmäßige Übertragung einer Geldsumme von einem Konto
auf ein anderes Konto auf der Basis eines entsprechenden Auftrages (Geschäftsbesorgungsvertrag).
Neben Scheck und Lastschrift
die wichtigste Form des bargeldlosen Zahlungsverkehrs.
Überzeichnung
Wird eine Emission überzeichnet, dann müssen
die beteiligten Banken die Wünsche der Kunden entsprechend kürzen
(= repartieren).
Überziehungskredit
Auch Dispositionskredit genannt.
Überziehungszinsen
Zinsen, die im Rahmen des Dispositionskredites zu zahlen sind.
Ultimogeld
Neben dem Tagesgeld und dem Termingeld
eine Variante des Interbanken-Geldhandels. Bezeichnet einen kurzfristigen
Kredit am Geldmarkt,
der am Ultimo zurückgezahlt werden muß, ohne daß es vorheriger
Kündigung bedarf.
Umlaufgrenze
Pfandbriefe und Kommunalobligationen
dürfen von den Hypothekenbanken nur begrenzt emittiert werden. Die
Gesamtheit der umlaufenden Papiere ist gesetzlich vorgeschrieben. Die
Menge richtet sich nach dem Grundkapital (Aktienkapital) und den Rücklagen
der Bank. Die Umlaufgrenze sichert die emittierten Wertpapiere.
Umsatz
Der Handelsumsatz bzw. das Handelsvolumen ist in der Technischen Analyse
ein sehr wichtiger Indikator. Er wird in der Analyse einzelner Werte oder
des Gesamtmarktes eingesetzt. Hierbei kann dieser Indikator eigenständig
oder im Zusammenwirken mit anderen Faktoren zur Analyse herangezogen werden.
Neben vielen Anwendungsregeln ist die Überlegung, daß markante Kursbewegungen
durch das Volumen / Umsatz bestätigt werden müssen, eine der bekanntesten
Aussagen.
Umstellung
s. Redenomination
Umtauschangebot
Auch: Aktienumtausch. Aufforderung zum Umtausch von alten Wertpapieren
in neue oder in Wertpapiere einer anderen Unternehmung.
Aktienumtäusche sind regelmäßig bei Fusionen (gelegentlich
auch bei Sanierungen) von Unternehmen erforderlich.
Underlying
s. Bezugswert
Als Underlying wird bei einem derivativen
Geschäft das zugrundeliegende Geschäft bezeichnet.
UNIT
Eine UNIT ist eine mit einer eindeutigen Nummer versehene organisatorische
Einheit innerhalb einer juristischen Person. Eine UNIT besteht aus einer
oder mehreren natürlichen Personen, die Mitarbeiter einer juristischen
Person sind. Eine UNIT ist kein Portfolio,
sondern kann verantwortlich für ein Portfolio sein.
Universalbanken
Kreditinstitute, die alle Bankgeschäfte gemäß § 1
Abs. 1 KWG in einen Konzern integrieren können.
Die meisten deutschen Kreditinstitute sind Universalbanken, weil das deutsche
Rechtssystem diese Konstruktion zuläßt, während insbesondere
in den USA und Großbritannien das sogenannte Trennbankensystem existiert,
wodurch die unterschiedlichen Bankengruppen wie Investmentbanken, Corporate
oder Commercial Banken, Hypothekenbanken etc. nicht unter einem Dach,
sondern als getrennte Kreditinstitute nebeneinander existieren.
Untertasse
Untertassen gehören zu den Umkehrformationen, jedoch treten sie sehr selten
auf. Ihre Ausprägung erfolgt meist über einen Zeitraum von mehreren Monaten,
wobei ein deutliches Charakteristikum eine sehr geringe Intraday Volatilität
ist. Untertassen treten am Ende eines abwärtsgerichteten Trends auf und
bestehen meist aus einem komplexen Gebilde von kleinen umgekehrten Schulter-Kopf-Schulter-Formationen.
Das schmale Tradingband, welches sich nach unten hin abrundet, weist zum
Ende hin meist eine leicht steigende Tendenz auf. Daher resultiert auch
der etwas seltsam klingende Namen "Untertasse". In einigen Fällen
treten am Ende der Formation noch kleine Plattformen auf, die von einigen
Chartisten als Henkel bezeichnet werden. Mit der Überwindung der Obergrenze
dieser Formation ist der Trendwechsel vollzogen, dem oft kräftige Kurssteigerungen
folgen.
Das Gegenstück zur Untertasse bildet die umgekehrte Untertasse, welche
einen aufwärtsgerichteten Trend umkehrt. Sie besitzt die gleichen Eigenschaften
wie eine Untertasse am Ende eines Abwärtstrends, nur daß sie auf dem Kopf
steht.
Up Barrier
Der Up Barrier ist der zum Abschluß einer Barrier Option definierte
Wert, dessen Überschreiten eine Knock Out Option verschwinden und
eine Knock In Option entstehen läßt.
Up Front Zahlung
Sonderzahlung am Anfang eines Swaps
Usance
Brauch, insbesondere Handelsbrauch; auch Regeln des Börsengeschäftes.
Für die deutschen Börsen sind sie heute im allgemeinen schriftlich
fixiert und weitgehend vereinheitlicht.
Usuance-Handel
Devisengeschäft, das in einer anderen Währung als der Landeswährung
abgeschlossen ist, z.B. Kauf von US-$ gegen Yen in London durch eine schweizerische
Bank.
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