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Finanzglossar R

Random Walk
Grundaussage der Random Walk - Theorie sagt, daß die Preisänderungen unabhängig voneinander und somit zufällig entstehen. Damit ist die historische Preisentwicklung kein zuverlässiger Indikator für die zukünftige Preisentwicklung. Die Random Walk - Theorie zweifelt nicht an der Beeinflussung der Kurse durch fundamentale Ereignisse, aber sie wendet sich hingegen gegen die Vorstellung, daß eine Prognose, die allein auf der Analyse der vergangenen Kursbewegungen basiert, einer Zufallsauswahl überlegen ist.

Rangordnung
Die in dem Grundbuch eingetragenen Rechte unterliegen einer bestimmten Rangordnung. Sind in einer Abteilung mehrere Rechte eingetragen, so wird der Rang nach der Reihenfolge der Eintragung bestimmt. Falls mehrere Rechte in unterschiedlichen Abteilungen eingetragen sind, gilt die Reihenfolge des Eintragungsdatums. Bei mehreren Rechten in unterschiedlichen Abteilungen unter dem gleichen Datum haben diese Rechte den gleichen Rang. Allerdings kann man eine Rangänderung vertraglich vereinbaren. Darüber hinaus kann eine bestimmte Rangstelle durch einen Rangvorbehalt freigehalten werden.

RAROC
Abk. für Risk Adjusted Return On Capital. Verhältniskennzahl zur Messung des Risiko-/Rendite-Verhältnisses eines Bankgeschäfts. Dabei wird das risikobereinigte Ergebnis, also Nettoertrag abzüglich Standardrisikokosten, ins Verhältnis zum notwendigen bzw. allokierten Risikokapital gesetzt. Das notwendige Risikokapital ergibt sich individuell aus den mit dem jeweiligen Geschäft verbundenen Kredit-, Markt- und operativen Risiken.

Rating
Standardisierte Beurteilung der Bonitätdes Emittenten und seiner Schuldtitel durch spezialisierte Agenturen Moody´s, S&P).

Ratio Avg Win / Avg Loss
Ratio Avg Win / Avg Loss ergibt sich aus der Division des Average Winning trade / Average Losing Trade.

Reaktionshoch
Als Reaktionshoch bezeichnet man die fallenden Hochpunkte einer abwärts gerichteten Trendbewegung. Die aufeinanderfolgenden Tiefpunkte einer intakten abwärts gerichteten Trendbewegung werden als Bewegungstief bezeichnet.

Reaktionstief
Als Reaktionstief bezeichnet man die steigenden Tiefpunkte einer aufwärts gerichteten Trendbewegung. Die aufeinanderfolgenden Hochpunkte einer intakten aufwärts gerichteten Trendbewegung werden als Bewegungshoch bezeichnet.

Realkredit
Langfristiges, durch ein Grundpfandrechtabgesichertes, Darlehen.

Realkreditinstitute
Boden-, Grund- und Immobilienkreditinstitute gewähren langfristige Realkredite (zum Beispiel Grundstückskredite). Der Realkredit ist ein dinglich oder rechtlich besonders gesicherter Kredit. Realkreditinstitut ist der Sammelbegriff für alle privaten Hypothekenbanken und öffentlich-rechtlichen Kreditanstalten.

Realzins
Ertrag einer Kapitalanlage bei Einrechnung der Inflationsrate.

Rechteck
Ein Rechteck ist eine typische Konsolidierungsformation, die Kurse verlaufen in einer klar begrenzten Seitwärtsbewegung. Sowohl die Spitzen, als auch die Böden sind durch waagerecht verlaufende Linien begrenzt. Ein Rechteck ist nichts weiter als ein Staubereich, da weder Anbieter noch Nachfrager die Oberhand gewinnen können. Wie bei einem symmetrischen Dreieck kann man bei einem Rechteck erst nach einem signifikanten Ausbruch nach einer Seite die weitere Richtung prognostizieren. Rechtecke gehören somit sowohl zu den Trendumkehr- als auch zu den Trendbestätigungsformationen. Letzteres ist sogar wesentlich häufiger, so daß in einzelnen Nachschlagewerken Rechtecke nur als Trendbestätigungsformationen beschrieben werden. Da bei einem Rechteck ein Handelssignal erst nach Ausbruch zu einer Seite gegeben ist, spielt die Klassifizierung ohnehin eine untergeordnete Rolle.

Redenomination
Der Begriff Redenomination oder Umstellung bedeutet vor dem Hintergrund der Euro-Verordnung des Rates den Wechsel der Einheit, in der ausstehende Schulden bezeichnet werden, von der nationalen Währungseinheit auf die Euro-Einheit.

Rediskont
Bedeutet einen diskontierten Wechselweiterzuverkaufen. Die Bank verkauft dabei an die Deutsche Bundesbank oder eine der Landeszentralbanken. Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein:

    1. drei gute Unterschriften
    2. 90 Tage Laufzeit
    3. zahlbar am Bankplatz
    4. auf Einheitsformular ausgestellt.
Der Ankauf solcher Wechsel ist in der Menge begrenzt (Rediskontkontingent).

Regionalbanken
Kreditinstitute, die zwar alle Bankgeschäfte betreiben (können), deren Geschäftstätigkeit jedoch räumlich auf bestimmte Regionen begrenzt ist. Die Bankenstatistik der Deutschen Bundesbank zählt Regionalbanken zur Gruppe der Kreditbanken. Allerdings ist der Begriff Regionalbank von Traditionen geprägt, da beispielsweise die BFG-Bank, obwohl sie ein nationales Filialnetz betreibt, zu den Regionalbanken gezählt wird. Ähnliches gilt für die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank und die Bayerische Vereinsbank, die längst den rein regionalen Charakter überschritten haben.

Reguläre Erträge
Bei Kreditinstituten: Saldo aus Zinsüberschuß, Provisionsüberschuß und Handelsergebnis auf lokaler Ebene.

Reiseschecks
Auch Traveller Cheques genannt. Reisezahlungsmittel, das die mißbräuchliche Nutzung von Fremdwährungszahlungsmitteln erschweren bzw. verhindern soll. Reiseschecks lauten auf bestimmte Beträge in DM, Fremdwährung oder ECU (Euro Travellers Cheques) und werden von in- und ausländischen Banken ausgegeben. Reiseschecks werden beim Kauf vom Erwerber unterschrieben. Sie können dann im In- und Ausland bei Kreditinstituten gegen Bargeld eingelöst oder unmittelbar bei Unternehmen wie Hotels und Einzelhandelsgeschäften als Zahlungsmittel genutzt werden. Bei Einlösung sind die Reiseschecks gegenzuzeichnen. Kommen dem Erwerber vor Einlösung Reiseschecks abhanden, erhält er gegen Vorlage des Kaufbeleges Ersatz.

REIT
Abkürzung für Real Estate Investment Trust. Börsenkotierte US-Investmentgesellschaften, die das Kapital der Anleger zu mindestens 75% in den US-Immobilienmarkt investieren.

Rektapapier
Wertpapier, welches auf den Namen einer bestimmten Person lautet. Der im Rektapapier verbriefte Anspruch kann nur von dieser Person oder seinem Rechtsnachfolger geltend gemacht werden. Eine Übertragung dieses Papiers erfolgt nach schuldrechtlichen Grundsätzen (§§ 398 ff. BGB) und ist durch Einigung und Abtretung des verbrieften Rechts möglich. Eigentum an der Urkunde steht lediglich dem jeweiligen Inhaber des Rechts zu.

Rembourskredit
Dieser Kreditist ein Instrument der Außenhandelsfinanzierungen und wird vor allem als Rembourskredit auf Akkreditiv-Basis gewährt. Dabei übernimmt die Bank des Importeurs die Haftung für die Akzeptleistung und Einlösung der vom Exporteur auf sein Kreditinstitut gezogenen Tratte, sofern alle Bedingungen aus dem Akkreditiv erfüllt sind.

Rendite
Auch Effektivverzinsung genannt, bedeutet die Rentabilität insbesondere von Wertpapieren, d. h. den tatsächlichen Jahresertrag des eingesetzten Kapitals. Rendite wird zumeist in Prozenten angegeben. Sie differiert nahezu immer mit dem Prozentsatz des Nominalzinses oder der Dividende, weil der Erwerbskurs nicht mit dem Nennwert übereinstimmt. Für die Berechnung wird der Ertrag (Dividende, Zins), zum Beispiel 6 %, in Beziehung zum Kurs, z.B. 150 %, gesetzt.
(6x100) / 150 = 4% Rendite.

Renko-Charts (japanische Chart-Darstellung)
Auch Neri-, Trainings- oder Zickzack-Chart genannt. Der Renko-Chart ähnelt dem Drei-Linien-Durchbruchs-Chart in seiner Darstellungsform und gehört zu den zeitunabhängigen grafischen Kursdarstellungen. Er besteht aus weißen und schwarzen Blöcken oder Säulen, die als "Ziegel" bezeichnet werden. Tatsächlich könnte die Bezeichnung des Renko-Charts vom japanischen Wort für "Ziegel" herrühren. Der Renko-Chart ist in seinen Konstruktionsregeln vergleichbar mit dem Point & Figure Chart. Ein weißer Ziegel wird gezeichnet, wenn der Markt um einen bestimmten, vordefinierten Betrag über den Vortagesschluß steigt. Nach einem weißen Ziegel muß der Kurs mindestens um einen weiteren vordefinierten Betrag steigen, bevor ein weiterer weißer Ziegel hinzugefügt werden kann. Ein schwarzer Ziegel kann erst angetragen werden, wenn der Kurs um einen definierten Betrag unter das Tief eines weißen Ziegels fällt. Alle Ziegel im Renko-Chart sind gleich groß.

Renominalisation
Renominalisation beschreibt den Prozeß einer Änderung des Mindestnennbetrags einer Anleihe mit dem nach einer Umstellung neue handelbare Einheiten entstehen. Demnach werden nach Umrechnung entstehende krumme Euro-Nennbeträge so zugeschnitten, daß es anschließend möglich wird, im Handel mit gewohnten "runden" Größen wie z.B. 100 Euro zu operieren.

Renten
s. Festverzinsliche Wertpapiere

Rentenschuld
Besondere Art einer Grundschuld, bei der kein Kapital, sondern eine Rente als wiederkehrende Zahlung aus dem Grundstück zu leisten ist. Kann abgelöst werden.

Repartierung
Entspricht dem Ausdruck Rationierung. Tritt nur dann ein, wenn sich mehr Käufer für ein Wertpapier finden, als die Emission vorgesehen hat. Die Stücke werden dann repartiert, das heißt zugeteilt; siehe auch Überzeichnung. Am Aktienmarkt kann es ebenfalls zur Repartierung beziehungsweise Rationierung kommen, nämlich dann, wenn der angebotenen oder nachgefragten Aktie eine hohe Käufer- beziehungsweise Verkäuferzahl gegenübersteht. Die Kursnotiz wird dann mit dem Zusatz ratG (überhängende Nachfrage) beziehungsweise ratB (überhängendes Angebot) versehen.

Repo-Geschäft
(Repurchase Agreement) Rückkaufsvereinbarung bei Wertpapiergeschäften (echte Pensionsgeschäfte, deren Gegenstand weiterhin dem Pensionsgeber zuzurechnen ist). Aus Sicht des Pensionsnehmers wird von einem Reverse Repo-Geschäft gesprochen.
Ein Repo ist ein Termingeschäft der Bank, das in folgenden zwei Formen auftreten kann:
Sell and buy back
Dabei werden Wertpapiere verkauft und gleichzeitig mit späterer Valuta zurückgekauft, wobei die Differenz zwischen Kauf- und Rückkaufpreis vorab vereinbarte Zinsen sowie die Leihgebühren enthält. Es handelt sich also um eine Verknüpfung von Termingeld (da der Verkäufer befristet Geld erhält) und Wertpapierleihe (der Käufer erhält befristet Wertpapiere).

American styled Repo
Im Gegensatz zu den oben beschriebenen Geschäften können hier Geschäfte entweder über feste Laufzeiten oder als "B.a.w."-Geschäfte abgeschlossen werden. "B.a.w."-Geschäfte werden spätestens ein Jahr nach Abschluß wieder geschlossen. Desweiteren können bei American styled Repos Nachschüsse auf Sicherheitsleistungen (die sogenannte Margin) verlangt werden.

Retracement
SieheKorrekturpotentiale .

Return on Equity (RoE)/Eigenkapitalrendite
Grundsätzlich: Kennziffer zur Ertragslage eines Unternehmens/Kreditinstituts, die das Ergebnis (Jahresüberschuß) im Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital darstellt. Hier: Jahresüberschuß (vor Steuern) in Prozent des jahresdurchschnittlich eingesetzten Eigenkapitals - jeweils ohne Anteile konzernfremder Gesellschafter.

Reverse Repurchase Agreement
Ein Reverse Repo ist ein Termingeschäft der Bank, daß in folgenden zwei Formen auftreten kann:
Buy and sell back
Dabei werden Wertpapiere verkauft und gleichzeitig mit späterer Valuta zurückgekauft, wobei die Differenz zwischen Kauf- und Rückkaufpreis vorab vereinbarte Zinsen sowie die Leihgebühren enthält. Es handelt sich also um eine Verknüpfung von Termingeld (da der Verkäufer befristet Geld erhält) und Wertpapierleihe (der Käufer erhält befristet Wertpapiere).

American styled reverse Repo
Im Gegensatz zu den oben beschriebenen Geschäften können hier Geschäfte entweder über feste Laufzeiten oder als "B.a.w."-Geschäfte abgeschlossen werden. "B.a.w."-Geschäfte werden spätestens ein Jahr nach Abschluß wieder geschlossen. Desweiteren können bei American styled Repos Nachschüsse auf Sicherheitsleistungen (die sogenannte Margin) verlangt werden.

REX
Index, der den Markt der Staatspapiere am deutschen Rentenmarkt abbildet. Er enthält alle Anleihen, Obligationen und Schatzanweisungen der Bundesrepublik Deutschland, des Fonds deutscher Einheit und der Treuhandanstalt mit fester Verzinsung. Er besitzt Indizes für 1-10 Jahre Laufzeit.

Rezession
Die Rezession ist durch ein abgeschwächtes, stagnierendes oder leicht negatives Wirtschaftswachstum gekennzeichnet. Sie ist eine mildere Form der Konjunktur-Abkühlung als die Depression.

Rho
Rho ist eine Kennzahl zur Beurteilung von Optionsrisiken. Sie erklärt den Einfluß von Zinsveränderungen des Basisinstruments auf den Optionspreis.

Risc Management
Analyse bzw. Absicherung der sich z.B. aus einem Optionsschein ergebenden Risiken, u. a. durch Simulation mittels mathematischer Methoden

Risikocontrolling
Unabhängige, von den Handelsaktivitäten separierte Ermittlung eingegangener Risiken sowie deren Bewertung und Überwachung im Hinblick auf die Einhaltung bestimmter vorgegebener Limite.

Rising Three Methods
Trendbestätigungsformation aus der Candlestick - Theorie. Kursmuster bestätigt intakten Aufwärtstrend.

RoE
Abk. für Return on Equity

Roll-over-Kredite
Roll-over-Kredite sind längerfristige Kredite, deren Zinssatz kurzfristig - meist im Sechsmonatsrhythmus - der Marktentwicklung angepaßt wird. Diese Finanzierungsform ist vor allem am Euromarkt üblich. Kreditnehmer sind Großunternehmen und Staaten. Sofern es sich um größere Kredite handelt, werden sie von mehreren Banken gemeinsam (Konsortium/Syndikat) begeben. Zur Refinanzierung werden meist sechsmonatige Einlagen an den internationalen Geldmärkten aufgenommen. Entsprechend setzt die kreditgebende Bank den Zinssatz in regelmäßigen Abständen neu fest; als Basis gilt meist der jeweils in London oder Frankfurt geltende Geldmarktsatz. Hinzu kommt ein fester Zuschlag, der sich u. a. nach der Bonität des Kreditnehmers richtet.

RSI nach Levy
Der Relative Stärke Index nach Levy stellt den aktuellen Kurs in Relation zu einem gleitenden Durchschnitt. Die Skalierung erfolgt in Prozent, woraus sich eine Schwankung um 100 Prozent herum ergibt. Dem gleitenden Durchschnitt kommen hierbei drei Indikatorfunktionen zu:

  • Überschreiten des gleitenden Durchschnitts bedeutet ein Kaufsignal, Unterschreiten ein Verkaufssignal;
  • Abstoßen des aktuellen Kurses am gleitenden Durchschnitt bedeutet eine Trendbestätigung;
  • ein extrem großer (übertriebener) Abstand zwischen dem aktuellen Kurs und dem gleitenden Durchschnitt signalisiert eine Übertreibungsphase, da die Kurse in der Regel an ihren Durchschnitt zurückkehren.

RSI nach Wilder
Der Relative Stärke Index nach Wilder ist ein Preis-Momentum Indikator. Er ist einer der populärsten technischen Indikatoren. Der Indikator ist ein Preisfolgeoszillator, der theoretisch zwischen 0 und 100 schwanken kann. Mit Hilfe dieses Indikators lassen sich in Seitwärtsmärkten überkaufte bzw. überverkaufte Extremniveaus im Kursverlauf anzeigen.

Rücknahmepreis
Preis, zu dem Investmentzertifikatevon den Investmentgesellschaften zurückgenommen werden. Der Rücknahmepreis liegt unter dem Ausgabepreis des gleichen Tages. Der Rücknahmepreis wird auch als Inventarwert bezeichnet. Die Differenz zwischen Rücknahmepreis und Ausgabepreis ist der Ausgabeaufschlag.

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