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Der Projektverlauf / Phasenpläne Die Logik der Pläne Für ein größeres Projekt wird nicht nur ein Plan erstellt, sondern ein komplexes System von Plänen. Es gibt unzählige verschiedene Möglichkeiten die Architektur von Projektplänen bzw. die Projektpläne selbst darzustellen. Hier möchte ich in diesem Zusammenhang einige Beispiele und Hilfen geben: Grundsätzlich sollten sich die Projektpläne an der Struktur des Projektes orientieren. Die Pläne für jeden Teilschritt leiten sich immer aus dem Gesamtprojektplan oder dem vorhergehenden Teilprojekt ab - wird ein Teil geändert, kann dies zu weiterführenden Änderungen in Detail-Plänen führen.
1. Meilensteine (Milestones) Die meisten DV -Projekte werden in einer definierten Sequenz von Phasen
durchgeführt. Die einzelnen Phasen folgen aufeinander in einer festgelegten
zeitlichen Reihenfolge. Für jede Phase wird beschrieben: Die Gesamtprojektpläne werden jeweils niedergebrochen auf Pläne für die einzelnen Phasen. Das gleiche gilt für das Projektbudget. Nach jeder Phase muss eine Überprüfung (Review) der geleisteten Arbeit innerhalb der zurückgelegten Phase, erfolgen. Das Arbeitsergebnis (Meilenstein) einer Phase muss in sich fertig und abgeschlossen sein. Es darf keine neue Phase begonnen werden, wenn die Vorphase nicht mit einem vollständigen Ergebnis beendet wurde. Ob das Arbeitsergebnis fertig und in der geforderten Qualität erstellt ist, entscheiden nicht die Entwickler und der Projektleiter, sondern der Auftraggeber oder das Management. In vielen Unternehmen gibt es eigene Teams zur Durchführung von Reviews und zur Qualitätskontrolle. Auch ein "Steering Comittee" kann über den erfolgreichen Abschluss einer Projektphase entscheiden. Die Struktur von Phasensequenzen sieht so aus, wie im Bild unten dargestellt. Ist das Phasenprodukt nicht fertig, oder nicht in der geforderten Qualität, dann dürfen diese Mängel nicht in die Folgephase verschleppt werden. Das Team muss zurück in die für abgeschlossen gehaltene Phase. Es kann auch vorkommen, dass sich bei der Prüfung am Phasenende herausstellt, daß das Projekt undurchführbar oder sinnlos geworden ist. Dann wird das Gesamtvorhaben abgebrochen. Je weiter die Arbeit zu diesem Zeitpunkt bereits fortgeschritten ist, desto größer der Schaden. Wenn das Review den Erfolg der abgeschlossenen Phase feststellt, kann die Freigabe des bis hierher erstellten Produktes erfolgen. Dieser Zustand gilt als Baseline. Es ist die Basis, das Fundament, auf dem die Weiterarbeit in der Folgephase aufbaut. Ohne ein offizielles Verfahren des Change Managements darf nicht mehr auf einen älteren Zustand zurückgekehrt werden. Wenn die Entscheidung gefallen ist, dass die nächste Phase beginnen darf, dann wird das Budget freigegeben. Das Team macht sich nach den Plänen der Folgephase auf den Weg, den nächsten Meilenstein zu erreichen.
Meilensteine im Projekt sind in ihrer Bedeutung den Meilensteinen einer Straße vergleichbar .Am Anfang des Projektes stand allen Beteiligten bereits das Endergebnis, das Projektprodukt, vor Augen. Um dieses Ziel ohne Umwege erreichen zu können, werden für den Weg dahin (hier: die Phasen) "Meilensteine" definiert. Diese müssen erreicht werden, sonst ist nicht mehr sicher, ob das Team noch auf dem richtigen Weg ist. Beispiel: Hausbau DV-Projekte verlaufen ähnlich. Welche Phasen und Meilensteine jeweils vereinbart werden, hängt von der Art des Projektes und vom Vorgehenskonzept des Unternehmens ab. Wichtig: hierbei ist, daß jeder Meilenstein messbar definiert werden muss. Es muß uninterpretierbar gemessen werden können, ob das Ergebnis vollständig und in der geforderten Qualität vorliegt.
2. Phasenmodelle Meiner Meinung nach gibt es kein "einzig richtiges" Phasenmodell.
Sie alle wurden in dem Bestreben entwickelt, das Durchführen von
Projekten zu erleichtern, die Komplexität der jeweiligen Aufgabe
überschaubar zu machen und das Vorgehen durch eine klare Struktur Es gibt jedoch fast sichere Methoden, den Projekterfolg zu verhindern: - stures Befolgen der Regeln eines Vorgehenskonzeptes unter Verzicht
auf das gesunde Augenmaß - Arbeit nach verschiedenen Phasenmodellen durch die Mitarbeiter des gleichen Projektes - Arbeit nach einem Phasenkonzept, das weder das Team noch der Auftraggeber kennt oder verstanden hat. Welches der möglichen Phasenmodelle auch immer gewählt wird, achten Sie darauf: - daß die Mitarbeiter es genau kennen und sich daran halten Sorgen Sie dafür: Ein möglicher Weg zum Ziel: Das folgende Model "6+1" hat sich in einigen großen Projekten bewährt und wird heute nicht mehr nur in DV-Projekten eingesetzt. Das "6+1" Modell basiert auffolgenden Schritten: 1. Schritt Orientierung: 2. Schritt Untersuchung: 3. Schritt Funktionsbeschreibung: - Das wird es Leisten. Nach dieser wissen die Benutzer und der Auftraggeber, was vom Projektteam erstellt wird. Das Projektteam kennt die Erwartungen der zukünftigen Benutzer. 4. Schritt Design 5. Schritt Entwicklung Am Ende der Phase entspricht es genau der Funktionsbeschreibung. Diese wird gegebenenfalls noch einmal als Benutzerhandbuch sprachlich überarbeitet. Die Inhaltlichen Komponenten des Produktes bleiben unverändert. 6. Schritt: Einführung 7. Schritt: Aufarbeitung von Erfahrungen
Phase 1 - Bedarfsermittlung: Es muß auch festgestellt werden, welche personen und Mittel für das Projekt zur Verfügung stehen werden. Nach dieser Phase soll die Entscheidung fallen: Wir machen es - Oder: Wir verzichten darauf. Soll das Vorhaben weiter verfolgt werden, muß der Auftrag für die nächste Phase erteilt werden. Phase 2 - Anforderungsvereinbarung und Zielformulierung: Phase 3 - Planung: Außerdem werden Pläne erstellt für: Am Ende dieser Phase liegen alle Pläne zur Genehmigung vor. Phase 4 - Realisierung: - Sind wir noch zeitmäßig, kostenmäßig und im Hinblick auf die Qualität im Plan? Ständig sind Vergleiche des Ist (aktueller Stand) mit dem Soll (Pläne)
notwendig. Abweichungen müssen erkannt und analysiert werden. Eventuell
sind korrigierende Maßnahmen notwendig. Das kann zum Beispiel sein: Am Ende dieser Phase ist das Produkt fertig entwickelt und in einer Testumgebung installiert. Seine Funktionalität und Qualität sind getestet. Die Dokumentation für die Benutzer und für das Rechenzentrum (RZ) liegen vor und sind ebenfalls überprüft. Zumindest eine erste Benutzergruppe hat bereits an einer Schulung teilgenommen. Phase 5 - Einführung Der Projektleiter weist den Erfolg des Projektes nach. Die Unterlagen (Pläne, Schätzungen, Protokolle etc.) des Projektes werden abschließend zusammengestellt. Phase 6 - Review
Merksatz: Ein Projekt ist erst zuende, wenn das Produkt fertig ist. "Fertig" bedeutet: Ziele erreicht.
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