Finanzglossar O
Obligation
s. Anleihen,
Schuldverschreibung.
Ausdruck für ein Wertpapier mit i.d.R. fester Verzinsung während
der gesamten Laufzeit.
Festverzinsliche Wertpapiere
werden im Allgemeinen auch als Rentenpapiere bezeichnet. Mit der Ausgabe
von Obligationen beschafft sich der jeweilige Emittent
Fremdkapital. Als Emittenten am Kapitalmarkt treten die öffentliche
Hand, Banken oder Industrieunternehmen auf.
Off-Balance-Sheet (OBS)
Bilanzneutrale, also nicht bilanzwirksame Geschäfte (Zinsmanagement-Geschäfte,
z.B. Caps, Floors, FRA, IRS).
Offenmarktpolitik
Regulierung der umlaufenden Geldmenge seitens
einer Zentralbank durch Käufe beziehungsweise
Verkäufe von Geldmarkt- und Kapitalmarktpapieren. Verkäufe entsprechender
Titel und Stillegung des Gegenwertes durch die Bundesbank führen
tendenziell zu einer Verringerung des Geldvolumens. Käufe der Bundesbank
am offenen Markt haben die umgekehrte Wirkung.
Offshore-Märkte
Internationale Finanzplätze mit besonders günstigen Standorteigenschaften,
insbesondere steuerlicher und/oder aufsichtsrechtlicher Art.
Omega
s. Gearing
On
balance sheet-Transaktionen
bilanzwirksame Transaktionen
Open Interest
Anzahl der r Börsensitzung nicht glattgestellten Kontrakte.
Open Position P/L
Open Position P/L ist das unrealisierte Ergebnis einer zum aktuellen Zeitpunkt
offenen Position.
Operatives Risiko
Risiko unerwarteter Verluste durch Einzelereignisse, hervorgerufen durch
fehlerhafte Informationssysteme, unangemessene Organisationsstrukturen
oder mangelnde Kontrollmechanismen (sogenanntes Event Risiko) sowie Risiko
des Auftretens von Kostensteigerungen / Ertragseinbußen aufgrund
ungünstiger gesamtwirtschaftlicher oder branchenspezifischer Trends
(sogenanntes Business Risiko).
Option
Bedeutet allgemein das vertraglich eingeräumte Recht, einen Gegenstand
unter bestimmten Bedingungen zu einem bestimmten Preis zu erwerben oder
zu veräußern. Spezielle Form des Termingeschäfts mit Wertpapieren
(seit 1970 in der Bundesrepublik Deutschland wieder zugelassen). Man unterscheidet
nach Kauf- und
Verkaufsoptionen.
Der Käufer einer Kaufoption
kann vom Verkäufer (Stillhalter in Papieren) innerhalb einer bestimmten
Frist (Optionsfrist) jederzeit die Lieferung einer bestimmten Stückzahl
eines bestimmten Wertpapiers zu einem bei Abschluß vereinbarten Kurs
(Basispreis)
verlangen oder dieses Recht verfallen lassen. Der Käufer zahlt dem
Stillhalter für dieses Recht einen bestimmten Betrag, den Optionspreis.
Der Käufer einer Verkaufsoption
erwirbt gegen die Zahlung des Optionspreises das Recht, dem Verkäufer
(Stillhalter in Geld) binnen der Optionsfrist jederzeit eine bestimmte Stückzahl
eines bestimmten Wertpapiers zum vereinbarten Basispreis
zu liefern. Die Optionen sind selbständig handelbar, d. h. sie können
während der Laufzeit gekauft und verkauft werden.
Die Option ist ein bedingtes Termingeschäft,
das dem Käufer des Kontraktes
die Möglichkeit einräumt, innerhalb einer bestimmten
Frist oder zu einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt zu vorab vereinbarten
Konditionen (Basiskurs oder -preis) gegen Zahlung einer Optionsprämie
(Optionspreis) einen bestimmten Vertrag zu schließen. In der Regel
hat dieser Vertrag den Kauf (Call-Option) bzw. Verkauf (Put-Option) des
Optionsgegenstandes (Underlying)
zum Gegenstand. Man kann börsengehandelte und OTC-Optionen unterscheiden.
Börsengehandelte Optionen sind immer standardisert, OTC-Optionen dagegen
können sowohl standardisiert als auch nicht-standardisert sein. Der
Verkäufer (Stillhalter)
einer Option ist verpflichtet, das Underlying zum vereinbarten Preis zu
liefern bzw. anzunehmen.
Option
Pricing Modell
Optionspreismodell; basiert auf dem Cox-Ross-Rubinstein Binomialmodell
zur Berechnung marktgerechter Optionspreise.
Optionsanleihe
Ein festverzinsliches Wertpapier, welches das Recht zum Erwerb von Aktien
in einem von der Anleihe abtrennbaren Optionsschein
verbrieft. Der Optionsschein
kann selbständig gehandelt werden. Die Aktien lassen sich gegen Hergabe
des Optionsscheins
zu im voraus festgelegten Konditionen beziehen. Die Optionsanleihe
selbst wird dabei nicht umgetauscht, sondern bleibt bis zu ihrer Rückzahlung
bestehen. Für die Optionsanleihe
kann es daher bis zu drei verschiedene Börsennotierungen geben: einen
Kurs für die Anleihe mit Optionsschein
("cum"), für die Anleihe ohne Optionsschein
("ex") und für den Optionsschein
allein. Sonderformen sind die Zinsoptions-
und die Devisenoptionsanleihe.
Optionsfrist
Unter Optionsfrist wird hier derjenige Zeitraum (diejenigen Zeiträume)
verstanden, in denen die Option ausgeübt
werden kann.
Optionsklasse
Optionen des gleichen Types, die sich auf das gleiche Underlying
beziehen, repräsentieren eine Klasse.
Optionsprämie
Prämie, die für den Erwerb einer Option
bzw. eines Optionsscheins zu zahlen ist. Der
Optionspreis besteht aus dem Inneren Wert und
dem Zeitwert. Die Optionsprämie wird u.a.
durch folgende Faktoren bestimmt: Basispreis,
Kassakurs des Bezugswerts,
Volatilität des Bezugswerts,
Laufzeit der Option, risikoloser Zinssatz, Ausschüttungen
des Bezugswerts während der Laufzeit der
Option (Aktien: Dividendenzahlungen, Zinsinstrumente:
Kupon; Zinsstrukturkurve; Währungen: Fremdwährungszinssatz;
Indizes: Dividenden; Rohstoffe: Lagerkosten)
Optionspreis
s. Optionsprämie
Optionsschein
Auch Warrant oder Covered Warrant genannt, verbrieft das Recht, nicht aber
die Verpflichtung, eine bestimmte Menge eines Basiswertes
(z.B. Aktien, Anleihen u.a.) zu kaufen (Call
Option) oder zu verkaufen (Put
Option).
Optionsserie
Optionen, die der gleichen Klasse angehören
und den gleichen Ausübungspreis sowie den gleichen Verfallmonat haben,
bilden eine Serie.
Optionstyp
Es gibt zwei Optionstypen. Calls stellen einen
Optionstyp, Puts den anderen.
Orderpapiere
Papiere, deren Eigentum mit einem Indossament
auf eine andere Person übertragen werden kann. Sie lauten auf einen
namentlich Berechtigten. Orderpapiere werden durch Übergabe der indossierten
Urkunde übertragen. Beispiele für diese Papiere sind Namensaktien,
Konnossemente, Wechsel und Schecks.
Oszillator
Der Begriff "Oszillator" stammt aus der Physik und steht für
Schwingung bzw. regelmäßiges Hin- und Herschwingen. Tatsächlich schwingen
diese Art von Indikatoren auf Grund ihrer mathematischen Berechnungsart
entweder um eine Mittellinie oder sie bewegen sich innerhalb eines "Bandes",
dessen Randzonen auch als "Extrembereiche" bezeichnet werden.
Mit Hilfe eines Oszillators wird in der Regel nicht die Trendrichtung
bestimmt, sondern die Kraft, mit der die zugrundeliegende Bewegung geführt
wird. Ein Oszillator eignet sich demnach zur Qualitätsbestimmung einer
Kursbewegung. Dennoch zeigt sich in dessen praktischer Anwendung immer
wieder, daß der Oszillator mitunter auch für die Bestimmung der Bewegungsrichtung
bzw. vielmehr für die Bestätigung der kurzfristigen Bewegungsrichtung
geeignet ist.
Orderscheck
Scheck, der als Orderpapier durch Indossament
übereignet wird. Orderschecks sind nur an den legitimierten Vorleger
auszahlbar. Da der Orderscheck ein geborenes Orderpapier ist, ist die
in der Praxis übliche Orderklausel auf dem Scheck rechtlich entbehrlich.
Das bezogene Institut, das den Scheck einlöst, ist verpflichtet,
bei der Einlösung die Indossamente und die Legitimation zu prüfen.
Orderschuldverschreibung
Orderschuldverschreibungen sind wie Namensschuldverschreibungen
auf den Namen des Gläubigers ausgestellt; sie können jedoch
einfacher übertragen werden. Die Übertragung erfolgt durch ein
Indossament.
OTC
Abk. für Over the Counter
OTC-Derivate
Finanzinstrumente (Derivate), die nicht standardisiert
sind und nicht an einer Börse, sondern direkt
zwischen den Marktteilnehmern (Over the Counter)
gehandelt werden.
Out-of-the-money
s. Parität aus dem
Geld
Out of the Money ("aus dem Geld") ist ein Call (Put), wenn der
Strike-Preis
über (unter) dem aktuellen Kurs des Basiswerts
liegt. Diese Option hat also keinen Inneren
Wert, denn sie bringt ihrem Besitzer nichts mehr. Statt den Call
(Put) auszuüben, kann er den Basistitel ja billiger (teurer) direkt
am Markt bekommen (verkaufen). Siehe In
the money, At
the money.
Outperformance
Option">OTC
Kaufoption, die auf der Performance von zwei
Underlyings basiert. Bei Fälligkeit
erhält der Inhaber der Option die Differenz der Performance des einen
Underlying minus der Performance des anderen Underlying. Die beiden populärsten
Outperformace Optionen sind die Bond Over Stock Option
(BOS) und die Stock Over Bond Option, bei denen die
Performance eines Bondes oder Bond-Indizes bzw. einer Aktie oder eines
Aktien-Indixes um die geringere Performance des komplementären Underlying
reduziert wird.
Over
the Counter
Wörtlich: Über den Schalter. Allgemeine Bezeichnung für
Geschäfte in Finanztiteln, die außerhalb der Börse,
vorwiegend unter Banken, gehandelt werden.
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