Finanzglossar
M
MACD
(Moving Average Convergence Divergence) Der MACD ist ein klassischer Zwitterindikator,
der sowohl trendfolgende Elemente abbildet, als auch wie ein Oszillator
einsetzbar ist. Vom Konzept her ist der MACD schon fast ein komplettes
Handelssystem, wobei sein praktischer Einsatz nicht kritiklos aus der
Fachliteratur übernommen werden kann. Die Berechnungsmethode nutzt die
Differenz zwischen zwei gleitenden Durchschnitten unterschiedlicher Periodenzahl.
Seine Basis, 3 GDs, deuten auf jeden Fall auf
den trendfolgenden Charakter hin. Der MACD an sich subtrahiert 2 GDs voneinander.
Allerdings werden diese beiden GDs immer auf exponentieller Basis berechnet.
Der Verlauf oszilliert also um die Nulllinie. Ein Wert oberhalb der Nulllinie
zeigt an, dass der kurze GD oberhalb des langen GDs liegt, ein Wert unterhalb
der Nulllinie drückt damit das genaue Gegenteil aus. Die im Namen enthaltene
Konvergenz / Divergenz Betrachtung kommt durch Auswertung des Abstands
Nulllinie und MACD-Verlauf zum Tragen, je weiter die Linie von der Nulllinie
entfernt ist, um so stärker ist die Divergenz. Eine wachsende Divergenz
deutet auf eine Intensivierung des vorherrschenden Trends hin, eine Abnahme
auf eine Schwächung des Trends. Entscheidend ist also die Trendwende in
der MACD-Linie. Hierzu wird eine zweite Linie, ein GD von der MACD-Linie,
eingeführt. Die Signale werden daher beim Schnitt dieser Linie mit der
eigentlichen MACD-Linie generiert.
Ein Schnitt der
MACD-Linie mit dem Trigger von unten nach oben generiert ein Kaufsignal,
ein Schnitt von oben nach unten ein Verkaufsignal. Das Signal ist um so
stärker bzw. erfolgreicher, je größer die Divergenz ist bzw. je weiter der
MACD-Verlauf von der Nulllinie entfernt ist.
Macro-Hedge
Glattstellen einer offenen Position aus einem Portefeuille durch ein (derivatives)
Geschäft, das genau ein entgegengesetztes Marktrisikoprofil hat.
Makler
Zu unterscheiden ist zwischen dem amtlichen Makler und dem Freimakler.
Letzterer vermittelt an den Börsen Wertpapiergeschäfte vornehmlich
zwischen den an der Börse vertretenen Kreditinstituten.
Die freien Makler, die von der Geschäftsführung zur Teilnahme
am Börsenhandel zugelassen werden, tätigen auch Eigengeschäfte.
Makler erhalten einen Prozentsatz der Umsatzsumme als Gebühr; Courtage.
Management Buy
In
s. Leveraged Buy Out
Management Buy Out
(MBO)
Übernahme eines Unternehmens durch die bereits im Unternehmen tätigen
Manager (Leveraged Buy Out).
Mantel
Das eigentliche Wertpapier (Urkunde) im Gegensatz zum Bogen
mit seinem Zins- und Dividenden- sowie dem Erneuerungsschein (Talon).
Maintenance-Margin
Mindestbetrag, bis zu dem die Initial-Margin
zur Zahlung der Variation-Margin verwendet
werden darf.
Margin
Intervall
Intervall, das die angenommene
maximale Preisschwankung eines Underlyings wiedergibt.
Marginklasse
Portefeuille, das alle Positionen aller
Optionsserien/Futureskontrakte aller sich auf ein Underlying beziehenden
Produkte beinhaltet; jede Marginklasse beinhaltet somit mindestens einen
Basiswert.
MARisk (Mindestanforderung an das
Risikomanagement)
Die Regeln für das Risikomanagement werden von der BAFIN (Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungen) herausgegeben und ersetzen die Rundschreiben
über die Mindestanforderungen an den Handel (MaH) sowie die
Mindestanforderungen an die interne Revision
(MiR).
Mark-to-Market
Prinzip zur Bewertung von Handelspositionen (Handelsergebnis) zu aktuellen
Marktpreisen unabhängig von den Anschaffungskosten unter Vereinnahmung
unrealisierter Kursgewinne.
Die Clearingstelle überwacht ständig den Wert aller offenen Positionen,
um die Gefahr eines Erfüllungsausfalles frühzeitig erkennen zu
können. Das Mark-to-Market erfolgt bei Preisbewegungen, die zu Gewinnen
oder Verlusten führen, indem das Margin-Konto des Börsenteilnehmers
mit dem ermittelten Betrag erkannt oder belastet wird. Im einzelnen geschiet
dies durch die (Initial-), (Variation-)
und die (Maintenance-Margin).
Market Maker
Marktteilnehmer, der verbindliche Angebots- und Nachfragepreise stellt (z.B.
für Aktien
, Renten, Devisen,
Optionen) und
damit für Marktliquidität sorgt.
Market Making
Kursstellung und Handel durch spezialisierte Händler; im Optionsscheinmarkt
oft durch die Emittentenselbst durchgeführt,
wobei vor allem die Kurspflege eine große Rolle spielt ("faire"
Kursstellung, enge Bid/Ask Spreads)
Marktsegment
Ein Marktsegment ist ein Teilmarkt auf dem bestimmte Handelsobjekte
und derivative Geschäfte auf
solche Handelsobjekte gehandelt werden. Derzeit liegen folgende
Marktsegmente vor:
- Geld, Devisen und Edelmetalle,
- Zinsderivate,
- Renten,
- Aktien.
Markttechnik
Die
Markttechnik ist ein eigenständiges Segment des Gesamtkomplexes Technische
Analyse. Markttechnik ist eine Form der Analyse des Marktes bzw. einzelner
Werte, die ausschließlich auf vordefinierten, mathematischen bzw.
statistischen Berechnungen fußt und nur durch die Kombination mit anderen
Indikatoren relativiert werden kann.
Marktwert
Der Marktwert ist der Marktpreis muiltipliziert mit der Anzahl Handelsobjekte (bzw. geeignetes
Verfahren (z.B. Barwertmethode, Black Scholes) bei nicht-standardisierten
Produkten).
MasterCard
Weltweites Kartenzahlungssystem mit über 12 Millionen Akzeptanzstellen.
MasterCard kooperiert mit EUROCARD, der in
Deutschland häufigsten Kreditkarte.
MATIF
MATIF ist die Abkürzung für Marché à Terme International
de France.
(Paris , Frankreich)
Maximum Consecutive Winners
Unter Maximum Consecutive Winners wird die maximale
Anzahl der bisher aufeinander folgenden Gewinne ausgewiesen.
Maximum Consecutive Losers
Unter Maximum Consecutive Losers wird die maximale
Anzahl der bisher aufeinanderfolgenden Verluste ausgewiesen. Diese Zahl
hat eine hohe psychologische Bedeutung, statistisch hat sie dagegen wenig
Relevanz. Hier stellt sich die Frage, wieviel Verluste hintereinander
verkraftet ein Anleger, ohne sein Vertrauen in die gehandelte Systematik
zu verlieren.
Maximum Drawdown
Der
Maximum Drawdown gibt den größten kumulierten Kapitalverlust an, bevor
wieder ein neues realisiertes Profithoch erreicht wurde.
MBI
Management Buy In.
Übernahme eines Unternehmens durch ein externes Management.
MBO
Abk. für Management Buy Out; Übernahme eines
Unternehmens durch das vorhandene Management.
Medium Term Note
(MTN)
Inhaberschuldverschreibungen, die im Rahmen eines zeitlich nicht begrenzten
Programms (Daueremission)
revolvierend emittiert
werden können. Die Notes haben eine Laufzeit
von 2 bis 10 Jahren und werden in kleinen Tranchen (DM 5 - 20 Mio) von als Händler benannten Banken im Wege einer
Privatplazierung an institutionelle
Investoren vermittelt.
Mengentender
Tenderverfahren, das insbesondere die Deutsche
Bundesbankbeim Verkauf von Bundesanleihen
und als Ausschreibungsmodus bei Wertpapierpensionsgeschäften
anwendet. Bei Wertpapierpensionsgeschäften legt die Bundesbank den
Pensionssatz selbst fest, die bietenden Kreditinstitute
nennen in ihren Geboten lediglich die Beträge - mindestens 1 Mio
DM -, für die sie Wertpapierean die Bundesbank
zu verkaufen wünschen. Auf die Gesamtmenge der eingegangenen Gebote
wird jeweils derjenige Betrag zugeteilt, der der liquiditätspolitischen
Vorstellung der Bundesbank entspricht. Die über 1 Mio DM liegenden
Einzelangebote werden gleichmäßig, d.h. unter Anwendung einer
einheitlichen Zuteilungsquote, repartiert. Neben dem Mengentender gibt
es noch den sogenannten Zinstender.
Mergers &
Acquisitions
Vermittlung von Käufen und
Verkäufen von Unternehmen oder Unternehmensteilen.
Micro-Hedge
Glattstellen einer offenen Position aus einem Kontrakt
durch ein (derivatives) Geschäft, das genau ein entgegengesetztes
Marktrisikoprofil hat.
Mindestreservesätze
Jene Guthaben, welche die Kreditinstitutebei
der Zentralnotenbank zinslos unterhalten müssen. In der Bundesrepublik
werden die Mindestreservesätze von der Deutschen Bundesbank innerhalb
der gesetzlichen Höchstgrenze festgesetzt (Gesetz vom 26. 7. 1957).
Die Festsetzung ist eine Maßnahme zur Regulierung der Geldmenge,
das heißt jedes Kreditinstitut ist verpflichtet, bestimmte Teile
seiner kurz- und mittelfristigen Einlagen nicht wieder auszuleihen, sondern
als unverzinsliche Guthaben bei der Bundesbank zu hinterlegen. Die
Bundesbank kann den Prozentanteil der Mindestreservesätze ändern.
Medium
Term Note (MTN)MTN
Abk. für Medium Term Note
Medium Term Notes sind Inhaberschuldverschreibungen,
deren jeweilige Laufzeit sich über das gesamte von der Bundesbank erlaubte
Laufzeitenspektrum (Untergrenze zwei Jahre) erstrecken kann; Üblich
sind Laufzeiten zwischen zwei und zehn Jahren. MTNs können exakt auf
die Bedürfnisse des Emittenten zugeschnitten werden, da sie sehr flexibel
gestaltbar sind.
Momentum
Momentum ist ein Technischer Indikator und gehört zur Gruppe der Oszillatoren.
In der Fachliteratur wird das Momentum als die Mutter aller Oszillatoren
bezeichnet, da dieser Indikator die Konzeptbasis für die meisten Oszillatoren
darstellt. Das Momentum stellt die relative Veränderung des Preises über
eine spezifische Periode dar.
Das Momemtum versucht die Kraft einer Kursbewegung zu messen, indem vom
aktuellen Kurs einfach der Kurs von vor einigen Tagen abgezogen wird.
Der Indikator-Verlauf schwankt damit um die Nulllinie. Sinn dieser Subtraktion
ist das Erkennen neuer Trends, die sich häufig durch große Kursbewegungen
zu etablieren versuchen. Im Laufe des Trends lässt die Kraft, und damit
der absolute Wert des Momentums, häufig nach. Anstelle der Subtraktion
der Kurse kann man die beiden Kurse auch dividieren, die Aussage bleibt
identisch, lediglich die Basislinie ändert sich von 0 (Null) auf 100.
Das Momentum bietet vielfältige
Interpretationsmöglichkeiten. Ein Momentum im negativen Bereich deutet
immer auf einen Abwärtstrend hin, fällt das Momentum zusätzlich weiter, so
nimmt die Kraft der Abwärtsbewegung noch weiter zu. Ein steigendes
Momentum unterhalb der Nulllinie deutet auf eine Schwächung des
Abwärtstrends hin und damit auf einen eventuell anstehenden neuen,
aufwärts gerichteten Trend. Ein positives Momentum zeigt einen
Aufwärtstrend im Basistitel an, ein steigendes Momentum in diesem Bereich
deutet weiterhin auf eine Verstärkung der Aufwärtsbewegung hin. Fällt das
Momentum könnte der Aufwärtstrend bald dem Ende zugehen. Das "klassische"
Signal liefert der Durchbruch der Mittelpunktslinie. Von unten nach oben
ist es ein Kaufsignal, von oben nach unten ein Verkaufsignal. Um
Fehlsignale zu vermeiden, können Sie sich auch zwei nach oben oder unten
angesetzte Hilfslinien einzeichnen. Ein Signal soll in diesem Fall erst
dann Gültigkeit haben, wenn eine dieser Hilfslinien durchbrochen wird.
Morning Doji Star
Dreitagesformation aus der Candlestick - Theorie. Recht
stabiles Kaufsignal.
Morning Star
Dreitagesformation aus der Candlestick - Theorie.
Recht stabiles Kaufsignal.
Mündelsicher
Unter Mündel versteht man einen unter Vormundschaft stehenden Minderjährigen.
Das vom Vormund verwaltete Kapitalvermögen des Mündels muß
nach §§ 1806 ff. BGB besonders sicher ("mündelsicher")
angelegt werden. Die Anlage erfolgt in der Regel in festverzinslichen
Wertpapieren, die vom Gesetzgeber
ausdrücklich für mündelsicher erklärt worden sind.
Münzgeld
Metallstücke, die im Auftrag des Staates geprägt werden und
als gesetzliches Zahlungsmittel dienen bzw. gedient haben. Das Münzregal,
das heißt das Recht auf Prägung und Ausgabe der Münzen,
liegt in der Bundesrepublik Deutschland bei der Bundesregierung (Artikel
73 Grundgesetz). Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Kurant-
und Scheidemünzen. Während der Nennwert bei Kurantmünzen dem Metallwert
entspricht, sind Scheidemünzen unterwertig ausgeprägte Münzen. In der
Bundesrepublik werden zur Zeit nur Scheidemünzen geprägt.
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