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Finanzglossar E

EAF
Elektronische Abrechnung Frankfurt

Early Stage Financing
Instrument der Venture Capital Finanzierung. Die Finanzierung erfolgt in der Frühphasenentwicklung von Unternehmen und wird in der Regel zur Finanzierung der Konzeption bis zum Start der Produktion und Vermarktung verwendet.

Easdaq
European Association of Securities Dealers Automated Quotation geregelte Börse

EBRD
Abk. für European Bank for Reconstruction and Development (Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung)

ec-Geldautomat
Mit dem blau-roten ec-Symbol gekennzeichnete Geldautomaten, an denen auch bei fremden Geldinstituten im Inland ebenso wie in Europa und einigen außereuropäischen Mittelmeeranrainerstaaten mit der ec-Karte oder einer Bankkundenkarte in Verbindung mit der persönlichen Geheimzahl Bargeld in der jeweiligen Landeswährung abgehoben werden kann.

ec-Karte
von Banken ausgegebene Karte zur Bargeldversorgung bei Geldinstituten und zum bargeldlosen Bezahlen im Handel und bei Dienstleistungsunternehmen in Europa und einigen außereuropäischen Mittelmeeranrainerstaaten. Die Transaktion erfolgt elektronisch mit Geheimzahl an ec-Geldautomaten beziehungsweise an Electronic Cash- oder edc-Terminals. Der Einsatz der ec-Karte begründet eine Einlösungs-/Zahlungsgarantie für Umsätze mit Geheimzahl oder für eurocheques, wenn diese unter anderem bis maximal 400 DM oder bis zum Garantiebetrag in Landeswährung ausgestellt sind.

ECP
Abk. für Euro Commercial Paper

ECSDA
Abk. für European Central Securities Depositories Association

ECU
Abk. für European Currency Unit

edc
Abk. für electronic debit card; Electronic Cash

Edelmetallkassageschäfte
sind Handelsgeschäfte, bei denen die Erfüllung der beiderseitigen Lieferverpflichtungen i.d.R. am zweiten Geschäftstag nach Abschluß erfolgt.
Bei Edelmetallen ist auch eine physische Lieferung möglich (allocated-Anschaffung).

Effekten
Sammelbegriff für fungible (vertretbare) Wertpapiere.

Effektengiroverkehr
Die Lagerung von Wertpapierbeständen bei Wertpapiersammelbanken macht die Auslieferung, das Versenden von Wertpapieren überflüssig. Die Wertpapiere müssen allerdings zur Girosammelverwahrung zugelassen sein. Die Eigentumsübertragung erfolgt lediglich buchmäßig, ohne Übergabe von Effektenurkunden. Der Depotinhaber hat einen Miteigentumsanteil an den girosammelverwahrten Wertpapieren.

Effektivverzinsung
s. Rendite, Verzinsung, laufende.

EIB
Abk. für Europäische Investitionsbank

Eigenemission
bei einer Eigenemission werden Wertpapiere direkt vom Emittenten ohne Einschaltung eines Intermediärs (z. B. Bank) bei den Anlegern plaziert. Voraussetzung hierfür ist, daß der Emittent über eine gute Plazierungskraft verfügt, er also eine Vielzahl von Anlegern direkt erreichen kann. Diese Plazierungskraft besitzen i. d. R. nur Kreditinstitute mit einem ausgedehnten Filialnetz und/oder langjährigen Beziehungen zu institutionellen Anlegergruppen. Die meisten Eigenemissionen werden daher von Kreditinstituten begeben. Das (Platzierungs-)Risiko, daß nicht die gesamte Emission bei den Anlegern verkauft (untergebracht) werden kann, bleibt daher beim Emittenten. Der Vorteil einer Eigenemission liegt in den geringeren Kosten, da die Vergütungen für das Emissionskonsortium entfallen.

Eigenhandel
der im eigenen Namen und für eigene Rechnung der Bank durchgeführte Handel in Wertpapieren, Finanzinstrumenten, Devisen und Edelmetallen (Handelsergebnis).

Eigenkapital gemäß BIZ
Bankaufsichtsrechtliches Eigenkapital nach der Baseler Eigenkapitalübereinkunft von 1988 für international tätige Kreditinstitute. Dieses setzt sich zusammen aus Kernkapital (vor allem Grundkapital und Rücklagen) sowie Ergänzungskapital (insbesondere Genußrechtskapital, nachrangige Verbindlichkeiten, stille Reserven und Neubewertungsreserven in notierten Wertpapieren, wie Schuldverschreibungen, Aktien, Beteiligungen).

Einheitskurs
Die überwiegende Anzahl der Wertpapiere wird an der Börse mit nur einem Kurs während der Börsenzeit gehandelt; auch Kassakurs genannt. Einheitskurse gelten für alle Wertpapiere, die nicht zur variablen Notierung zugelassen sind und für variabel notierte Wertpapiere, wenn der Auftrag unter der Mindeststückzahl (50 Stück) liegt.

Einlagen
Guthaben, die Kunden bei Kreditinstituten besitzen. Sie entstehen durch Bareinzahlung, Gutschriften von Überweisungen und/oder Scheckeinreichungen auf den Konten der Kunden; sie stellen eine Verpflichtung der jeweiligen Bank an ihre Gläubiger dar.

Einlagensicherungsfonds
Dient der Sicherung der Kundeneinlagen bei den Kreditbanken. Die Mittel des Einlagensicherungsfonds werden durch Umlagen auf die angeschlossenen Kreditinstitute aufgebracht. Bei drohender Zahlungseinstellung einer angeschlossenen Bank soll der Einlagensicherungsfond im Interesse der Einleger Hilfe leisten und eine Beeinträchtigung des Vertrauens in die privaten Kreditinstitute vermeiden. Durch diesen Fonds werden Einlagen von Nichtbanken jeweils bis zu einer Höhe von 30% des haftenden Eigenkapitals des jeweiligen Kreditinstitutes gegen Verluste abgesichert. Bei den öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten und den Genossenschaftsbanken spricht man von einer Institutssicherung. Hier findet eine Existenzsicherung der einzelnen Institute und somit eine indirekte Sicherung der Einleger statt.

Einlagefazilität
Ständige Fazilität des ESZB, die den zugelassenen Geschäftspartnern die Möglichkeit bietet, Guthaben bis zum nächsten Geschäftstag zu einem vorher festgesetzten Zinssatz anzulegen.

Einlagenzertifikate
s. Certificates of Deposit (CD)

Einstandskurs
Der Einstandskurs eines Wertpapiers ist derjenige Kurs, der inklusive aller Nebenkosten zum Kauf einer Wertpapierposition aufgewendet wurde.

Einzelverwahrung
s. Sonderverwahrung, Streifbandverwahrung

Einzugsermächtigung
neben dem Abbuchungsauftrag ist die Einzugsermächtigung die gebräuchlichste Auftragsvariante im Lastschriftverkehr. Das Einzugsermächtigungsverfahren ist zur Zahlungsabwicklung typischer Massengeschäfte auf Basis standardisierter, auf Dauer angelegter Vertragsverhältnisse gedacht. Der Zahlungspflichtige ermächtigt den Zahlungsempfänger schriftlich, fällige Zahlungen mittels Lastschrift beim Zahlungspflichtigen einzuziehen. Die Einzugsermächtigung ist jederzeit widerruflich.

Either-or Option
Option, bei der man sich die bessere Performance von zwei voneinander unabhängigen Underlyings aussuchen kann; gebräuchlicherweise enthält eine Either-or Option zwei verschiedene Kaufoptionen mit unterschiedlichen Strikepreisen auf verschiedene Underlyings. Die Either-or Option wird auch Best-of-two oder Alternative Option genannt.

Elastizität
s. Gearing

Electronic Banking
Dienstleistungen, die Banken Privat- und Geschäftskunden anbieten, um mit EDV-Unterstützung Daten automatisch bzw. beleglos zu erfassen, zu verarbeiten, zu transportieren und danach aufbereitet wieder zur Verfügung zu stellen; (Tele-Banking).

Electronic Cash
Bargeldloses, elektronisches Zahlungsverfahren im Handel auf Basis der ec-Karte (ohne eurocheque-Vordruck) oder Bankkundenkarte mit Geheimzahl. Der Zahlungsbetrag wird dann dem persönlichen Konto beleglos belastet. Im europäischen Ausland wird dieser Zahlungsservice vom Kreditgewerbe unter der Bezeichnung edc = "electronic debit card" angeboten. Electronic Cash-/edc-Zahlungen sind für den Zahlungsempfänger von den Banken garantiert.

Elektronische Geldbörse
Neues bargeldloses, elektronisches Zahlungsverfahren, das die deutsche Kreditwirtschaft unter der Bezeichnung "Geldkarte" nach einem örtlichen Feldversuch ab Ende 1996 auf Basis der ec-Karte bundesweit einführt. Die immer wieder aufladbare elektronische Geldbörse ist in einem Microprozessorchip untergebracht, der in der ec-Karte oder einer anderen Bankkarte integriert ist. Die elektronische Geldbörse dient insbesondere zur bargeldlosen Bezahlung kleinerer Beträge an Automaten. Die Aufladung der Geldkarte erfolgt unter Verwendung der persönlichen Geheimzahl an Geldautomaten oder anderen Terminals grundsätzlich zu Lasten des persönlichen Kontos.

Elektronischer Handel
s. Computerbörse

Elektronischer Zahlungsverkehr
Gegebenenfalls noch beleghaft eingereichte Zahlungsaufträge werden komplett auf EDV-Medien erfaßt und im Verrechnungsverkehr zwischen den Kreditinstituten im beleglosen Datenträgeraustauschverfahren abgewickelt; (Bargeldloser Zahlungsverkehr).

Elliott Wave Methodik
Elliott Wave beschreibt nicht nur eines der umfangreichsten Analysetools, sondern eine äußerst komplexe Systematik, die das Marktgeschehen in seiner Gesamtheit und Komplexität zu erfassen und darauf aufbauend eine Einschätzung für die zukünftige Entwicklung zu erstellen sucht. Der hohe Schwierigkeitsgrad und die Komplexität bei der Anwendung ergibt sich aus dem Ineinandergreifen verschiedenster Zeitintervalle, bei denen kleinste Änderungen im kleinsten Fraktal zu grundsätzlichen Veränderungen im großen Fraktal führen können. Grundannahme dieser Methodik ist die Beobachtung, daß sich die Märkte in selbstähnlichen Fraktalen entwickeln und dabei einem Muster folgen, dessen übergeordnete Richtung der Trendbewegung in fünf Wellen abläuft; die Korrekturen erfolgen jeweils in drei Wellen. Jede Welle für sich läßt sich nochmals in fünf Wellen innerhalb der Impulsrichtung und drei Wellen innerhalb der Korrekturrichtung unterteilen (nächst tieferes Fraktal). Das Verständnis für die Fraktalbildung ist Grundbaustein für das Verstehen dieser Analysemethode. Durch das richtige Zuordnen der einzelnen Kursbewegung in das entsprechende Bewegungsfraktal lassen sich Kursziele und Reaktionsausmaße abschätzen. Das Hauptproblem (an dem viele oberflächliche Anwender immer wieder scheitern) ist die Tatsache, daß einmal getroffene Aussagen immer wieder auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden müssen, da kleine Veränderungen im kurzfristigen Bereich für große Veränderungen im langfristigen Bereich verantwortlich sein können.

Emission
Ausgabe und Platzierung von Wertpapieren auf dem Kapitalmarkt durch öffentlichen Verkauf. Meist durch Vermittlung einer Bank (Emissionsbank) oder einem Zusammenschluß von Banken (Konsortium). Der Emissionskurs von Aktien darf nicht unter dem Nennwert liegen. Als Emission wird auch das emittierte Papier als solches bezeichnet.

Emissionskonsortium
s. Konsortium

Emittent
Juristische Person des Privatrechts (meist Aktiengesellschaft) oder des öffentlichen Rechts, die Wertpapiere ausgibt, z.B. bei Bundesanleihen der Bund und bei Aktien die Aktiengesellschaft.

Endfälliger Swap
Bei einem endfälligen Swap sind die Nominalbeträge über die Laufzeit des Swaps gleichbleibend. Im Markt ist diese Swapstruktur die gebräuchlichste.

Entry
Als Entry bezeichnet man eine Positionseröffnung.

Equity-Methode
Bewertungsmethode für Anteile an Unternehmen, auf deren Geschäftspolitik ein maßgeblicher Einfluß ausgeübt werden kann (assoziierte Unternehmen), bei der der anteilige Jahresüberschuß/-fehlbetrag des Unternehmens in den Buchwert der Anteile eingeht. Bei Ausschüttungen wird der Wertansatz um den anteiligen Betrag gemindert.

Equity Swap
Die eine Partei verpflichtet sich, Ausgleichszahlungen in Höhe der Wertsteigerung des Aktienportfolios zuzüglich vereinnahmter Dividenden zu leisten und empfängt dafür einen festen oder variablen Zinsswap.

Eskomptieren
Nicht mehr gebräuchlicher Börsenausdruck für von der Kursentwicklung vorweggenommene Ereignisse. So wird bei tatsächlichem Eintritt des Ereignisses an der Börse der Kurs nicht oder nur gering beeinflußt.

Erfüllungsrisiko
kann bei der Abwicklung der Geschäfte entstehen als unvermeidbares Vorleistungsrisiko, wenn die eigene Leistung zeitlich vor dem Eingang der Gegenleistung des Kontrahenten zu erbringen ist (Erfüllungsorte liegen in verschiedenen Zeitzonen) oder als
technisch-bedingtes Anschaffungsrisiko, wenn wir die Leistung erbringen bzw. diese Leistung veranlassen müssen, ohne die Sicherheit zu haben, daß auch der Kontrahent gleichzeitig seine Leistung erbracht/veranlaßt hat (Kommunikationsprobleme wegen Einschaltung Dritter bei den zu leistenden Zahlungen).

Ergebnis je Aktie
Nach IAS ermittelte Kennziffer, die den Jahresabschluß nach Steuern (einschließlich des auf konzernfremde Gesellschafter entfallenden Ergebnisses) der durchschnittlichen Zahl an Stammaktien gegenüberstellt. Neben der fundamentalen Kennziffer Ergebnis je Aktie ist zusätzlich ein Bereinigtes Ergebnis je Aktie auszuweisen, wenn sich aus eingeräumten Bezugsrechten die Zahl der Aktien erhöhen kann (Verwässerungseffekt).

Erneuerungsschein
s. Talon

Eröffnungskurs
der erste nach Börseneröffnung festgesetzte Kurs bei variabler Notierung für ein bestimmtes Wertpapier. Die Mehrzahl der technischen Studien basiert auch heute noch auf der Grundlage der Schlußkurse. Die Bedeutung des Eröffnungskurses wurde bisher vielfach unterschätzt. Gerade dieser Kurs spiegelt die Erwartungen für den Tagesverlauf; insbesondere für eine Vielzahl von Day-Trading Strategien spielt der Eröffnungskurs eine entscheidende Rolle.

Ertragskennzahlen
Ertragskennzahlen sind Bestandteil der Performance Reports der TradeStation von Omega Research. Hierzu zählen insbesonders die Summe aller Gewinne und aller Verluste und der daraus abgeleitete Netto-Gesamtertrag eines Handelssystems. Mit Hilfe dieser Kennzahlen kann zunächst eine erste Grundaussage getroffen werden, ob der definierte Ansatz überhaupt in der zugrundeliegenden Zeiteinheit profitabel arbeitete. Weitere Bestandteile von Performance Reports sind statistische und psychologische Kennzahlen.

Erwerbskurs
Tatsächlich gezahlter Preis beim Erwerb eines Wertpapiers. Die Höhe des Erwerbskurses hat Einfluß auf die Rendite.

ESZB
Abk. für Europäisches System der Zentralbanken

Eurex
Abk. für European Exchange

EURIBOR
Abk. für European Interbank Offered Rate

Euro
Name der gemeinsamen europäischen Währung. Eine Ratsverordnung vom 1. Januar 1999 bildete den rechtlichen Rahmen für die Verwendung des Euros. Die dritte Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion legte die Umrechnungskurse zwischen den Währungen der teilnehmenden Länder und dem Euro unwiderruflich fest. Seither ist der Euro eine eigenständige Währung, und der frühere ECU-Korb existiert nicht mehr. Die Ratsverordnung wird dazu geführt, daß die nationalen Währungen und der Euro nur noch unterschiedliche Bezeichnungen dessen sind, was im wirtschaftlichen Sinne ein und diesselbe Währung ist. Am 1. Januar 2002 wird die Europäische Zentralbank Banknoten und Münzen in Euro ausgeben. Das Münzgeld der neuen Währung wird Cent heißen.

Euro Commercial Paper (ECP)
An internationalen Geldmärkten (Euro-Geldmärkten) emittierte und gehandelte Commercial Paper. ECP werden als diskontierte oder als verzinsliche Papiere begeben. Die Laufzeiten betragen i.d.R. 2 bis 365 Tage, bei DM-CP 7 Tage bis 2 Jahre.

Euro Traveller Cheque
Marke eines auch im Inland von vielen Kreditinstituten vertriebenen, weltweit akzeptierten Reiseschecks. Euro Traveller Cheques gibt es in DM, US-Dollar und vielen weiteren Währungen sowie in ECU (European Currency Unit). ETC-Reiseschecks werden von der Thomas Cook-Gruppe ausgegeben.

Euro-Bonds
Anleihen, die von einem internationalen Konsortium (Banken) emittiert und gleichzeitig in mehreren Ländern plaziert werden. Die Anteile lauten meist auf die wichtigen Währungen, US-Dollar, DM, Yen, Pfund Sterling. Emittenten sind Staaten, internationale Institutionen und Großunternehmen.

Euro-Libor
Abk. für European London Interbank Offered Rate

Euro-Notes
Von Nichtbanken am Euromarkt begebene kurzlaufende Geldmarkt-Papiere, deren Verzinsung an einen Geldmarkt-Referenzzinssatz gebunden ist. Daraus ergibt sich - im Gegensatz zu den Euro Commercial Paper - eine Laufzeit-Standardisierung etwa von einem, drei oder sechs bis zwölf Monaten.

Euro-Überweisung
Standardisiertes Verfahren zur Überweisung von Beträgen in DM, in der Währung des Empfängerlandes oder in ECU bis 5.000 DM oder dem entsprechenden Gegenwert in Fremdwährung oder Euro in ein anderes Land der Europäischen Union (EU) oder der Europäischen Freihandelszone (EFTA). Der Zahlungsempfänger erhält den Betrag stets in der Währung des Empfängerlandes. Der Auftraggeber kann zudem bestimmen, ob das im Ausland erhobene grundsätzlich feste Entgelt dem Zahlungsempfänger berechnet werden soll oder ob er selbst über einen Pauschalbetrag auch diese Kosten übernimmt.

EUROCARD
Von Kreditinstituten ausgegebene Kreditkarte. Sie dient in Deutschland und durch Kooperation mit MasterCard weltweit bei über 20 Millionen Vertragsunternehmen als bargeldloses Zahlungsmittel. Ermöglicht bei Banken und - in Verbindung mit der dazugehörigen Geheimzahl - an Geldautomaten auch die Bargeldbeschaffung in begrenztem Umfang. Die Umsätze werden dem Karteninhaber einmal monatlich gesammelt belastet. Zuvor erhält er eine ausführliche Umsatzabrechnung. Fremdwährungsumsätze werden in DM umgerechnet. Bestandteil der EUROCARD ist üblicherweise eine Verkehrsmittel-Unfallversicherung. Die EUROCARD GOLD bietet einen erweiterten Versicherungsschutz und oftmals einen zusätzlichen, besonderen reise- und veranstaltungsbezogenen Service.

Eurocheque
Besondere, vor allem in Europa übliche Form des allgemein verwendeten Überbringerschecks, der durch ein international einheitliches Format, einheitliche Farben und das links angebrachte blau-rote ec-Symbol gekennzeichnet ist. Die Verwendung von Eurocheques in Verbindung mit der ec-Karte hat den Vorteil, daß in Europa und in einigen an das Mittelmeer angrenzenden Staaten eine Einlösung des Schecks bis zu einer im Land festgelegten Höhe garantiert wird.

Euroclear
1968 von der Morgan Guaranty Trust Co. in Brüssel gegründetes Clearing-System (Clearing) für internationale Wertpapiertransaktionen. Mit über 2.700 Teilnehmern in 70 Ländern und mehr als 60.000 zugelassenen Wertpapieren (Stand '94) ist Euroclear weltweit das größte Clearing-System für internationale Wertpapiere.

Eurogeldmarkt
(Eurodollarmarkt) 1957 entstandener Markt für befristete Ausleihungen in US-$, mit in der Regel kurzen Laufzeiten. Gehandelt werden US-$, aber auch andere konvertierbare Währungen, und zwar zwischen Banken außerhalb der USA (nicht nur europäische Banken, sondern auch Auslandstöchter amerikanischer Banken, sowie Kanada und Japan). Hauptmarkt ist London. Daneben existiert der Eurokapitalmarkt, der Markt für Euro-Bonds, Kommunalobligationen, Pfandbriefe.

Euronote-Facilities
Euronote-Facilities (oder: -Fazilitäten) sind Finanzinnovationen, deren Kern Vereinbarungen zwischen einem oder mehreren Kreditinstituten einerseits und einem Kapitalnehmer andererseits sind. Nach diesen Vereinbarungen kann sich der Kapitalnehmer im Rahmen von fünf bis sieben Jahren durch die revolvierende Plazierung von Euro-Notes am Euromarkt bis zu einer Obergrenze Mittel beschaffen. Wesentlich für diese Konstruktion ist, daß sich die beteiligten Banken ("Underwriter") dabei verpflichten, die Euro-Notes zum vertraglich vereinbarten Zins zu übernehmen oder alternativ Buchkredite zur Verfügung zu stellen (Backup- oder Standby-Facilities), wenn es dem Kapitalnehmer nicht gelingt, seine Euro-Notes am Markt abzusetzen. Euro-Notes haben nur eine mehrmonatige Laufzeit und müssen daher vom Schuldner - je nach Bedarf - nach Fristablauf erneut angeboten werden (= Revolving Underwriting Facilities - RUFs oder Note Issuance Facilities - NIFs).

Europäische Investitionsbank (EIB)
Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist das EG-Bankinstitut für langfristige Finanzierungen. Die EIB wurde 1958 durch den Vertrag von Rom zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft errichtet; ihre Satzung ist Bestandteil dieses Vertrages. Die EIB verfolgt keinen Erwerbszweck. Ihre Hauptaufgabe ist die Bereitstellung von Finanzierungsmitteln für Investitionsvorhaben, durch die eine reibungslose und ausgewogene Entwicklung der Gemeinschaft gefördert wird. Ihre Finanzierungen kommen überwiegend wirtschaftlich schwächeren Regionen zugute - auch innerhalb entwickelter Länder wie Deutschland. Zudem beteiligt sich die EIB an der Finanzierung von Entwicklungsvorhaben in der "Dritten Welt" und in Osteuropa, nachdem diese Staaten mit der EG Kooperationsabkommen geschlossen haben. Das gezeichnete Kapital ( der 12 EG-Mitglieder) von 57,6 Mrd. Euro (118 Mrd. DM) wurde nur zu etwa 10 Prozent eingezahlt. Den größten Teil ihrer Mittel beschafft sich die EIB über Anleihen auf den Kapitalmärkten innerhalb und außerhalb der EG.

Europäische Option (European Style)
Kauf- oder Verkaufsoption (Option), die nur am Fälligkeitstermin ausgeübt werden kann; Gegensatz: Amerikanische Option (American Style).

Europäische Währungsunion (EWU)
Laut Maastrichter Vertrag vom Dezember 1991 soll die EWU in drei Stufen nach einem festen Zeitplan realisiert werden:

  • Die erste Stufe der EWU begann bereits am 1. Juli 1990 und umfaßte im wesentlichen die vollständige Liberalisierung des Kapitalverkehrs und eine engere Kooperation in der Wirtschafts-, Finanz- und Geldpolitik der Mitgliedsländer.
  • Seit dem 1. Januar 1994 läuft die zweite Stufe, die als Vorbereitungsphase für die spätere Währungsunion dienen soll. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählt die Gründung des Europäischen Währungsinstituts (EWI) als Vorläufer der künftigen Europäischen Zentralbank (EZB). Seit Beginn der zweiten Stufe gilt eine vertiefte Überwachung der Wirtschafts- und Finanzpolitik der Mitgliedsländer.
  • In der dritten Stufe, die spätestens am 1. Januar 1999 beginnen soll, wird die Währungsunion vollendet. Mit dem Eintritt in die dritte Stufe erfolgt die unwiderrufliche Fixierung der Wechselkurse der teilnehmenden Länder. Die Kompetenz für die Geldpolitik geht auf das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) über, das sich aus der EZB und den nationalen Notenbanken zusammensetzt.
Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU)
Im Dezember 1991 hat der Europäische Rat der Staats- und Regierungschefs in Maastricht den "Vertrag über die Europäische Union" vereinbart. Wirtschaftlicher Kern dieses Vertragswerkes ist es, bis zum Ende dieses Jahrhunderts eine Europäische Wirtschafts- und Währungsunion zu schaffen. Die wirtschaftliche Integration mit dem Europäischen Binnenmarkt als Herzstück ist bereits weitgehend realisiert. Die Europäische Währungsunion (EWU) samt gemeinsamer Währung bildet das Ziel und den Abschluß der währungspolitischen Integration in Europa.

Europäische Zentralbank (EZB)
Die EZB hat ihren Sitz in Frankfurt im nach ihr benannten Eurotower. Die Mitglieder des Direktoriums der EZB werden von den Regierungen der EWU-Mitgliedsländer ernannt. Laut Maastrichter Vertrag ist es das vorrangige Ziel der EZB, die Preisstabilität der neuen Europawährung zu gewährleisten. Neben der geldpolitischen Steuerung hat die EZB auch die Aufgabe, den reibungslosen Ablauf des Zahlungsverkehrs zu fördern, die ihr von den Mitgliedsländern übertragenen Währungsreserven zu verwalten und wichtige Beratungsfunktionen wahrzunehmen.

Europäisches System der Zentralbanken (ESZB)
Das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) besteht aus der Europäische Zentralbank (EZB) und den nationalen Zentralbanken. Geleitet wird das System von zwei Beschlußorganen, dem EZB-Rat und dem Direktorium. Vorrangiges Ziel des ESZB ist die Wahrung der Preisstabilität. Die Hauptaufgaben des Systems sind die Festlegung und Umsetzung der Geld- und Währungspolitik des europäischen Währungsgebiets, die Haltung und Verwaltung der Währungsreserven der teilnehmenden Mitgliedstaaten und die Durchführung von Devisengeschäften, die Förderung eines reibungslosen Betriebs der Zahlungssysteme im europäischen Währungsgebiet sowie der Beitrag zur reibungslosen Umsetzung der von den zuständigen Behörden im Bereich der Aufsicht über die Kreditinstitute und der Stabilität des Finanzsystems ergriffenen Maßnahmen. Für die stabilitätsgerechte Geld- und Kreditversorgung stehen dem ESZB bestimmte geldpolitische Instrumente zur Verfügung.

Europäisches Währungsinstitut (EWI)
Als Vorläufer der Europäischen Zentralbank (EZB) am 1. Januar 1994 gegründet. Sein ständiger Sitz ist seit November 1994 Frankfurt am Main. Aufgabe des EWI ist die Vorbereitung des Eintritts in die dritte Stufe der Europäischen Währungsunion (EWU). Ziel des EWI ist es, die technisch-organisatorischen Vorbereitungen für die EWU bis dahin abzuschließen.

Europäisches Währungssystem (EWS)
Das Europäische Währungssystem (EWS), seit März 1979 in Kraft, ist Nachfolger des Europäischen Wechselkursverbundes ("Währungsschlange") von 1972. Hauptziel ist, in Europa eine Zone relativ stabiler Wechselkurse zu schaffen und die Abhängigkeit von anderen Währungen, z.B. US-Dollar zu verringern. Insofern wird es auch als ein Baustein der europäischen Einigung angesehen (Währungsunion). Im Rahmen des EWS sind die Notenbanken der EG-Länder die Verpflichtung eingegangen, Bewegungen zwischen ihren Währungen auf geringe Abweichungen vom Leitkurs zu beschränken. Leitkursänderungen (sog. "Realignments") werden dann vorgenommen, wenn sich die Inflationsraten der beteiligten Länder unterschiedlich hoch entwickelt haben. Als Rechnungseinheit im EWS dient der ECU.

European Bank for Reconstruction and Development (EBRD)
Die "Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung", auch als "Osteuropabank", "Europabank" oder "Ostbank" bezeichnet, unterstützt den Reformprozeß in den demokratischen Ländern Osteuropas durch finanzielle Hilfe. Priorität haben dabei die Sektoren Energie, Transport, Fernmeldewesen, Wohnungsbau und Umweltschutz. Indirekt werden auch kleinere Unternehmen gefördert. Reformen im Finanzsektor fördert die Bank beratend. Am Grundkapital von 10 Mrd. ECU halten die EG-Länder 51 %; davon entfallen auf Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien jeweils 8,5 %. Die Vereinigten Staaten sind mit 10 %, Japan ist mit 8,5 % beteiligt; osteuropäische Empfängerländer besitzen 13,5 %. Die 1990 in London gegründete Bank arbeitet eng mit anderen multinationalen Organisationen zusammen.

European Currency Unit (ECU)
(dt.: Europäische Währungseinheit) Der ECU wurde 1979 mit Gründung des europäischen Währungssystems als offizielle Rechnungseinheit der Europäischen Gemeinschaft geschaffen. Er setzte sich aus den verschiedenen Währungen der EG zusammen. Man sprach auch von einem Währungskorb, welcher regelmäßig angepaßt und bei EG-Erweiterungen neu festgelegt wurde. Entscheidend für die Gewichtung war der relative Anteil des jeweiligen Mitgliedslandes am Bruttoinlandsprodukt der Gemeinschaft.

European Central Securities Depositories Association (ECSDA)
Vereinigung von 13 europäischen Zentralverwahrern für Wertpapiere (Central Securities Depositories, CSDs). Ziel der Vereinigung ist der gemeinsame Aufbau einer europaweiten Infrastruktur zur Bereitstellung von Wertpapieren als Sicherheiten für Kreditoperationen der Europäischen Notenbank mit Kreditinstituten. Außerdem ist der Aus- und Aufbau gegenseitiger Kontoverbindungen unter CSDs zur länderübergreifenden Abwicklung von Wertpapiergeschäften geplant.

European Exchange (Eurex)
Kooperation europäischer Terminmärkte mit harmonisiertem Regelwerk und standardisierten Produkten auf einer europäischen Handelsplattform. Bisher treten hierbei die Deutsche Terminbörse DTB und die Terminbörse der Schweiz SOFFEX unter der Dachorganisation Eurex (EURopean EXchange) auf.

European Interbank Offered Rate (EURIBOR)
EURIBOR ersetzt die nationalen Referenzzinssätze (z.B. FIBOR) der an der Währungsunion teilnehmenden Länder zum 1.1.1999 als repräsentativer Zinssatz. Bei vielen Verträgen, insbesondere bei Wertpapieren und Derivaten, wird zunehmend auf Referenzzinssätze Bezug genommen. Bis zu 58 europäische Banken, darunter 12 deutsche, und 6 internationale Banken mit Niederlassungen in der EWU werden Briefsätze für Ein- bis Zwölf-Monatsgelder melden. Veröffentlicht wird ein Durchschnittssatz. Auf dieser Grundlage veröffentlicht die EZB auch ihre Overnight-Rate.

European London interbank offered rate (Euro-Libor)
Soll ab 1999 den von der British Bankers Association ermittelten ECU-Libor ersetzen. Der Euro-Libor wird dann von 16 Londoner Banken täglich um 11 Uhr ermittelt. Der EURIBOR beruht hingegen im wesentlichen auf Zinssätzen von Banken mit Sitz in einem der an der Währungsunion teilnehmenden Länder.

European Style
s. Europäische Option

Europäische Option
Option, die vom Käufer nur am letzten Handelstag während der Laufzeit ausgeübt werden kann.

Evening Doji Star
Dreitagesformation aus der Candlestick - Theorie. Recht stabiles Verkaufssignal.

Evening Star
Dreitagesformation aus der Candlestick - Theorie. Recht stabiles Verkaufssignal.

EWI
Abk. für Europäisches Währungsinstitut

EWS
Abk. für Europäisches Währungssystem

EWU
Abk. für Europäische Währungsunion

EWWU
Abk. für Europäische Wirtschafts- und Währungsunion

Exotic Option
Sammelbegriff für neuartige Optionsstrukturen, z.B. Range Optionsscheine, die durch komplexe Gestaltung auf bestimmte Marktgegebenheiten oder Investorenwünsche eingehen. Benötigen eine gesonderte Betrachtung der sie betreffenden Kennzahlen.

Exercised Position
Ausgeübte Position; Long-Position in einer Optionsserie, die der Positionsinhaber ausgeübt hat.

Exercise Price
s. Basispreis
Ausübungspreis einer Option.

Exit
als Exit bezeichnet man eine Positionsschließung.

exotic options
Exotic Options sind alle Optionen außer simple options und forward options, unabhängig davon ob es sich um eine exotic option im allgemeinen Sprachgebrauch handelt oder nicht.

Extendable Swap
Auch prolongierbarer Swap gennant. Dieser Swap hat einen Optionsbestandteil. Eine Swappartei hat das Optionsrecht, den Swap über die ursprüngliche Vertragslaufzeit hinaus zu den ursprünglichen Konditionen zu verlängern.

externer Kontrahent
Als externer Kontrahent wird jeder nicht zur juristischen Person einer Bank gehörende Geschäftspartner der juristischen Person einer Bank bezeichnet, wenn er im Rahmen eines externen Geschäftes als Vertragspartner auftritt.

externer Partner
siehe externer Kontrahent

externes Geschäft
Externe Geschäfte sind Kauf- oder Darlehensverträge zwischen der juristischen Person einer Bank und einem externen Kontrahenten (Partner).

Extrembereich
bezeichnet im Allgemeinen ein überkauftes / überverkauftes Niveau, in dem sich ein Oszillator bewegen kann. In der ersten Generation von Oszillatoren werden die Extrembereiche noch statisch definiert (z.B. 20 / 80 im RSI). Das Bewegungsverhalten der Oszillatoren in den Extrembereichen wird in der Regel zur Signalgenerierung genutzt.

EZB
Abk. für Europäische Zentralbank

 

www.netcons.net