Finanzglossar
B
ß-Faktor
gibt an, wie sich der Wert eines Portefeuilles
verändert, wenn sich der Gesamtmarkt verändert.
- - ß
= 1: wie der Markt,
- - ß
> 1: Portefeuille reagiert stärker,
- - ß
< 1: Portfeuille reagiert schwächer als der Markt)
Back
Months
Folgemonate, die auf den aktuellen
Liefermonat folgenden Verfallsmonate, auf die sich ein Futurekontrakt
bezieht.
Backofficesystem
Als Backofficesystem werden alle in den entsprechenden Abteilungen der
Zentrale oder den in- und ausländischen Niederlassungen einer Bank
AG eingesetzten Abwicklungs-, Buchungs-,
Bewertungs-und Überwachungssysteme
bezeichnet.
Baisse
Bezeichnung für ausgeprägte Kursrückgänge an den Börsen.
An Wertpapierbörsen spricht man in der Regel davon, wenn sich die Kurseinbußen
über den gesamten Rentenmarkt, den gesamten Aktienmarkt oder zumindest
wichtige Teilbereiche eines dieser Märkte erstrecken. Überdurchschnittliche
Kursrückgänge einzelner Papiere werden als Kursrückschläge
bezeichnet. Das Gegenteil der Baisse ist die Hausse.
BAFIN Abk. für Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungen
BAKred
Abk. für Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen
Balken-Chart
Siehe Bar-Chart.
Balloon Zahlung
Sonderzahlung am Ende eines
Swaps
Bank für
Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ)
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mit Sitz in
Basel wurde 1930 gegründet, um die deutschen Reparationszahlungen
nach dem Ersten Weltkrieg abzuwickeln. Inzwischen haben sich ihre Aufgaben
grundlegend gewandelt: Heute soll sie vor allem die Zusammenarbeit zwischen
den internationalen Notenbanken erleichtern. So führt sie auch die
Verrechnungskonten im europäischen Währungssystem (EWS) und
die Geschäfte des Europäischen Fonds für währungspolitische
Zusammenarbeit; ferner ist sie Verrechnungsstelle für das ECU-Geschäft
der Banken. Die BIZ organisiert regelmäßig Konferenzen in Basel,
auf denen die Präsidenten der Notenbanken und Vertreter der Bankenaufsicht ihre Politik abstimmen. Nach
Ausbruch der internationalen Schuldenkrise im August 1982 stellte die BIZ
zusammen mit verschiedenen Notenbanken Überbrückungskredite zur Verfügung.
Im Juli 1988 veröffentlichte die BIZ im Rahmen des Ausschusses für
Bankenbestimmung und -überwachung ("Cooke-Ausschuß") Empfehlungen zur
internationalen Konvergenz der Eigenkapitalmessung und
Eigenkapitalanforderungen. Die BIZ veröffentlicht regelmäßig Statistiken
über das internationale Bankgeschäft (Euromarkt). Die BIZ ist zu 85 % im
Besitz von 30 nationalstaatlichen Noten- bzw. Zentralbanken, der Rest des
Aktienkapitals liegt in privaten Händen. Stimmberechtigt sind
ausschließlich die Notenbanken. Mitglieder sind alle westeuropäischen
Staaten sowie mehrere osteuropäische Länder; außereuropäische Mitglieder
sind die Notenbanken der Vereinigten Staaten, Japans, Kanadas, Südafrikas
und Australiens.
Bankakzept
Bankakzepte sind Wechsel, die auf eine Bank gezogen
werden. Dadurch, daß die Bank auf dem Wechsel ihr Akzept
gibt, d. h. den Wechsel akzeptiert, also annimmt, räumt sie ihrem Kunden
einen Akzeptkredit ein. In aller Regel wird das Bankakzept von der
bezogenen Bank diskontiert, wodurch der Kunde zusätzlich zu dem
Akzeptkredit einen Diskontkredit (Diskontgeschäft) erhält. Die Vorteile
des Bankakzeptes bestehen darin, daß die primäre Haftung der Bank als
Annehmer das Papier zu einem hochwertigen Kreditmittel macht.
Bankbürgschaft
Bürgschaft, die von einer Bank übernommen
wird.
Bankenaufsicht
Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen(BAKred),
Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel
(BaWe) - beide Institute wurden in die BAFIN (Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungen) zusammengefasst.
Bankgarantie
Garantie, die von einer Bank übernommen
wird.
Bankgeheimnis
durch Bankvertrag (Nr. 2 der Allgemeinen
Geschäftsbedingungen) übernommene Verpflichtung der Bank zur
Verschwiegenheit über alle kundenbezogenen Tatsachen und Wertungen. Das
Bankgeheimnis wird durch gesetzliche Vorschriften, die eine
Auskunftspflicht begründen und durch den Kunden selbst, der die Bank zur
Auskunft berechtigt, begrenzt. Insbesondere besteht eine unbeschränkte
Auskunftspflicht in Strafverfahren und Steuerstrafverfahren. Im Todesfall
bestehen bestimmte Meldepflichten gegenüber dem Nachlaßfinanzamt.
Bankkundenkarte
Servicekarte der Bank für den Kunden zur Nutzung des Kontoauszugsdruckers
und in Verbindung mit der persönlichen Geheimzahl
zur Nutzung von ec-Geldautomaten und Electronic Cash-
bzw. edc-Kassen im Handel zur
bargeldlosen Zahlung. Es können meist weitere
Selbstbedienungseinrichtungen der Bank mit der Bankkundenkarte genutzt
werden.
Bankleitzahl
Die Bankleitzahl ist eine Kennziffer, die
Zahlungsverkehrs die Adresse einer Bank eindeutig angibt. Durch den
Einsatz elektronischer Datenverarbeitung (z. B. durch optisch-maschinelle
Belegsortierung, Magnetbandaustausch und Datenfernübertragung) ermöglicht
sie eine einwandfreie, schnelle und vollautomatische Weiterleitung von
Zahlungen.
Banknoten
Papiergeld, das von Notenbanken, in Deutschland von der Deutschen Bundesbank,
herausgegeben wird. Sie stellen das einzige unbeschränkte gesetzliche
Zahlungsmittel dar. Nach Eintritt der Währungsunion wird das Recht
auf Ausgabe der Euro-Banknoten auf die Europäische
Zentralbankübergehen. Neben Banknoten befindet sich auch Münzgeld im Umlauf.
Bankprovision
Banken erhalten für ihre Dienstleistungen Vergütungen (Provisionen),
u. a. für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren.
Provisionssätze sind unterschiedlich. Der Erwerb neu ausgegebener
Wertpapiere (z. B. Neuemissionen, Pfandbriefe) ist i.d.R. provisionsfrei.
Barausgleich
s. Cash-Settlement
Bar-Chart
Bar-Chart bezeichnet eine Art der grafischen
Darstellung von Kursverläufen. Ein Bar-Chart ist eine zeitabhängige
Darstellungsform, die auf einem Preis- / Zeitdiagramm dargestellt wird.
Bar-Charts verbinden den Höchst- und Tiefstkurs einer definierten
Zeiteinheit (Minute, Stunde, Tag, Woche usw.) über einen senkrechten
Balken, wobei der Schlußkurs mit einem kleinen waagerechten Strich rechts
an den Balken angetragen wird. In manchen Darstellungen wird der
klassische Bar-Chart noch mit einem kleinen, links angetragenen Strich
versehen, der den Eröffnungskurs anzeigt.
Bargeld
Bargeld kann man in Form von Münzgeldoder
Banknotenbuchstäblich in der Hand halten;
Gegensatz: Buchgeld.
Bargeldloser
Zahlungsverkehr
Summe der Zahlungsvorgänge eines Wirtschaftsgebietes, die bargeldlos,
das heißt unbar ausgeführt werden. Es wird dabei über
Buchgeldauf Bankkonten unter anderem durch Scheck,
Überweisung, Lastschrift
und Wechselverfügt. Eine Methode des bargeldlosen
Zahlungsverkehrs stellt der sogenannte elektronische Zahlungsverkehr (Electronic Banking) dar. Man spricht in
diesem Zusammenhang von beleglosem Zahlungsverkehr, falls bei bargeldlosen
Zahlungen keine Belege mehr anfallen.
Barscheck
Scheck, der - anders als ein Verrechnungsscheck - von dem auf dem Scheck
angegebenen bezogenen Kreditinstitut, bei dem der Aussteller sein Konto
hat, an den Scheckinhaber in bar ausgezahlt wird.
Barwert
Heutiger (augenblicklicher) Wert eines in der Zukunft liegenden Cash Flows (fällige Forderungen etc.). Der
Barwert wird durch Abzinsen der bis zum Fälligkeitstermin noch anfallenden
Zinsen, z. B. einer Forderung, des Tilgungsbetrages (cash flow) und der
Refinanzierungskosten ermittelt.
Basis
Differenz zwischen Termin- und Kassakurs eines
Finanzinstrumentes, d.h. Basis = Terminkurs - Kassakurs.
Basiskurs
s. Basispreissiehe Strikepreis
Basispreis
Preis, zu dem der dem Optionsscheinzugrundeliegende
Bezugswertbei Fälligkeit bezogen werden
kann bzw. auf dessen Basis der Differenzbetrag berechnet wird
Basispunkt (Basis
Point)
Allgemeine Bezeichnung für ein
Hundertstel eines Prozents (1 BP = 0,01 %). Findet Verwendung bei der
Bezeichnung von Unterschieden in Renditen, Preisen, Kursen und
dergleichen.
Basisswap
Sonderform des Zinsswap, bei dem nicht Festsatz und
variabler Zinssatz, sondern zwei variable Zahlungsströme ausgetauscht
werden. Basisswaps werden selten als Einzeltransaktion vorgenommen,
sondern meist in Verbindung mit einem weiteren Swap.
Basiswert
Basiswert nennt man bei Termingeschäften, wie z. B. Optionen, Optionsscheinen
oder Futures, den dem Termingeschäft zugrundeliegenden
Vermögensgegenstand (z. B. Aktie, Anleihe,
Indexoder Währung).
Barrierwert
Der beim Abschluß einer Option definierte Wert, der eine Barrier
Option entstehen (bei Knock In Optionen) oder verschwinden (bei Knock Out
Optionen) läßt.
Basisrisiko
Restrisiko bei
einem Future-Hedge; Gefahr, daß sich das Verhältnis zwischen Kassa- und
Terminkurs in der Zeitspanne zwischen Eröffnung und Glattstellung der
Position wesentlich verändert.
Basistyp
Ein Basistyp ist eine festgelegte Menge von Basistypelementen. Jeder
Basistyp hat einen oder mehrere Basistypelemente.
Basistypelement
Ein Basistypelement ist ein Informationselement, das
einem Basistyp zugeordnet ist.
Basiswert
siehe Underlying
Basket
Zusammenstellung von Werten einer bestimmten Art, z.B. Aktien, als Bezugswert (oft nach Branchen geordnet, z.
B. Maschinenbau, Automobil, Elektro)
Basketoptionsschein
Ein Basketoptionsschein berechtigt den Inhaber i. d. R. zum Kauf (Call)
eines genau definierten Korbes von Underlyings.
Der Korb besteht oft aus Aktienverschiedener
Unternehmen einer bestimmten Branche eines oder mehrerer Länder.
Siehe dazu auch Optionsschein.
Bausparkasse
Kreditinstitut, dessen Geschäftsbetrieb gemäß
dem Gesetz über Bausparkassen darauf gerichtet ist, Einlagen von
Bausparern entgegenzunehmen. Aus den angesammelten Beträgen der Bausparer
werden diesen für wohnungswirtschaftliche Maßnahmen Gelddarlehen
gewährt. Bausparkassen sind nach § 1 KWG Kreditinstitute.
BaWe
Abk. für Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel
Bear Spread
Verkauf eines
Spreads: Short-Position in einem näheren Terminmonat + Longposition in
einem entfernteren Terminmonat.
Bedienung
Ausdruck für die termingerechte Zahlung einer Zins- oder Kapitalschuld
bei festverzinslichen Wertpapieren. Unter die Bedienung fällt auch
die Tilgung (Rückzahlung). Die Zinszahlungen
erfolgen meist jährlich, manchmal halbjährlich oder am Ende der Laufzeit
in einer Summe.
Behavioral Finance
Behavioral Finance ist ein junger Zweig der
Kapitalmarktforschung, der sich vor einigen Jahren in den USA etabliert
hat. Ausgangspunkt dieses verhaltenswissenschaftlichen Ansatzes ist die
Erkenntniss, daß Marktteilnehmer irrational handeln und immer wieder in
Rationalitätsfallen tappen. Da solche Anomalien und Verzerrungen
systematisch auftreten, sind Rückschlüsse auf das künftige Verhalten
möglich. Das Hauptziel von Behavioral Finance liegt in der Erforschung
individueller Verhaltensweisen und ihrer psychologischen Ursachen, um die
Konsequenzen menschlicher Irrationalitäten auf der Marktebene besser
erklären zu können.
Belegloser
Datenträgeraustausch (DTA)
Zur Abwicklung des
bargeldlosen Zahlungsverkehrs werden im beleglosen DTA-Verfahren anstelle
von Belegen (Überweisungen, Lastschriften, Schecks) zwischen den
Kreditinstituten DTA-Dateien auf Magnetbändern, Disketten, Kassetten bzw.
per Datenfernübertragung (DFÜ) ausgetauscht. Die Zahlungsdaten werden dem
Zahlungsempfänger bzw. -pflichtigen grundsätzlich nicht beleghaft zur
Verfügung gestellt, sondern ihm unmittelbar auf seinem Kontoauszug
angezeigt.
Belegloser
Scheckeinzug (BSE)
Im Rahmen des BSE-Verfahrens werden die betreffenden Schecks nicht mehr
beleghaft dem auf ihnen angegebenen bezogenen Kreditinsitut zur Zahlung
vorgelegt. Hierbei handelt es sich um in DM ausgestellte Inhaber- oder
Orderschecks bis zu 5.000 DM, die auf ein Kreditinstitut im Inland gezogen
sind. Die Scheckdaten werden von dem die Schecks in das BSE-Verfahren
überleitenden Kreditinstitut auf EDV-Medien erfaßt (Belegloser
Datenträgeraustausch).
Belegschaftsaktien
Werden von der Verwaltung einer AG ihren Arbeitnehmern meist zu einem
Vorzugskurs und häufig zu günstigen Zahlungsbedingungen angeboten. Die
Veräußerung von Belegschaftsaktien unterliegt i.d.R. einer Sperrfrist (bis
zu 5 Jahren).
Beleihungsgrenze
Ein Kreditkann in der Regel nur gegen Sicherheiten
gegeben werden. Solche Sicherheiten können u. a. Wertpapiere,
Häuser oder Grundstücke sein. Angerechnet wird jedoch nicht
der Verkehrswert der Sicherheit, sondern nur der Beleihungswert.
Für Hypotheken ist außerdem eine Beleihungsgrenze gesetzlich
festgelegt (Hypothekenbankgesetz),
die bei höchstens 60% des Beleihungswertes liegt.
Beleihungswert
ist der Wert, den ein Kreditgeber einem Vermögensgegenstand wie z.B.
einem Grundstück oder einem Wertpapier zuordnet und der die Höhe
der möglichen Beleihung z.B. für eine Grundschuld
oder eine Hypothek bestimmt. Der
Beleihungswert soll in der Regel den am Markt nachhaltig erzielbaren Erlös
des Beleihungsobjektes nicht überschreiten.
BEN
Eine BEN (Bewertungseinheit) ist eine Gruppierung von Einzelgeschäften
(Portfolio), die vom Handel auf der Basis
bestimmter rechtlich fixierten Regeln gebildet werden kann. Eine Bewertungseinheit hat
handelsrechtliche Konsequenzen bzgl. Bilanz und Erfolgsrechnung.
Berichtigungsaktien
Neue Aktienaus einer Kapitalerhöhung
aus Gesellschaftsmitteln werden als Berichtigungsaktien bezeichnet. Sie
werden den Aktionären einer Gesellschaft in einem bestimmten Verhältnis
zugeteilt, ohne daß diese eine Gegenleistung erbringen müssen.
Die für eine derartige Kapitalerhöhung erforderlichen Mittel
werden den versteuerten Reserven des Unternehmens entnommen. Es erfolgt
eine Umwandlung von Rücklagen in Grundkapital;
durch diesen Passivtausch verändert sich nichts am absoluten Vermögen
der Gesellschaft. Hieraus wird deutlich, daß dem Altaktionär
nichts geschenkt wird, da er an diesen Reserven oder Rücklagen bereits
vorher mit seinen Aktien beteiligt war. Daher ist der häufig gebrauchte
Ausdruck Gratisaktien(wie auch Zusatzaktien Aufstockungsaktien,
Kapitalberichtigungsaktien, Wertberichtigungsaktien) irreführend.
Im Verhältnis der Grundkapitalaufstockung ermäßigt sich
rechnerisch der Aktienkurs (Teilsplitting). Die Aussicht auf Berichtigungsaktien
sowie die mit dem Teilsplitting verbundene optische Verbilligung führt
meist zu Kurssteigerungen der entsprechenden Aktie. Nach erfolgter Kapitalerhöhung
aus Gesellschaftsmitteln müssen die Ergebnisse pro Aktie rückwirkend
bereinigt werden. (Bezugsrecht)
Bestens
Ohne Limiterteilter Auftrag zum Verkauf von Wertpapieren
zum höchstmöglichen Kurs. Der Verkauf
soll nach den bestmöglichen Bedingungen am Verkaufstag erfolgen.
Gegensatz Billigst.
Beta
Das Beta (der Beta-Faktor) ist eine Kennzahl, die die Abhängigkeit
der Kursentwicklung eines Vermögenswertes (z. B. Aktie)
oder eines Portfolios von der Gesamtmarktentwicklung
beschreibt. Das Beta mißt somit die Sensitivität eines Aktienkurses im
Hinblick auf Kursveränderungen des gesamten Marktes und ist als objektiver
Risikomaßstab eine wichtige Kennzahl bei Anlageentscheidungen und im
Bereich der technischen Aktienanalyse. Bei einem Beta kleiner 0 verhält
sich der Kurs der Aktie gegenläufig zum Markt. Bei einem Beta zwischen 0
und 1 ist die Kursänderung der Aktie oder des Portfolios im Durchschnitt
geringer als die des Marktes. Ist das Beta = 1 entspricht die Kursänderung
der Aktie der Marktkursänderung. Ein Beta größer 1 beschreibt eine
Kursänderung der Aktie, die im Durchschnitt höher ist als die des Marktes.
Betreuer
Ein zum Handel an der Frankfurter
Wertpapierbörse
zugelassenes Unternehmen. Personen, die berechtigt sein sollen, für
das Unternehmen die Betreueraufgaben wahrzunehmen, müssen zugelassene
Börsenhändler sein. Betreuer sollen an der Börse bei Bedarf
für zusätzliche Liquidität sorgen, indem sie auf Anfrage
Preise für den Ankauf und Verkauf stellen. Betreuer sollen zudem
für den Emittentenals Ansprechpartner in
allen Fragen des Aktienmarktes dienen (z.B. Investor Relations, Kapitalerhöhungen)
Betriebsergebnis
Maßgebliche Kennzahl für die Darstellung des Erfolges aus dem
operativen Geschäft der Banken:
Zinsüberschuß (nach Risikovorsorge)
+ Provisionsüberschuß
+/- Handelsergebnis
+/- Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft
- Verwaltungsaufwendungen
+/- Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge/Aufwendungen
= Betriebsergebnis
Bewegungsdynamik
beschreibt die Kraft, mit der ein Kursverlauf erfolgt. Die Höhe der Bewegungsdynamik
ist eine substantielle Komponente, mit der man die Stabilität einer Bewegungstendenz
abschätzen kann. Entwickelt sich ein Trend mit einer hohen Bewegungsdynamik,
dann ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, daß sich dieser Trend auch
weiterhin stabil entwickeln wird und nur wenig von externen Einflüssen
beeinflußt werden kann. In der Praxis verwendet man hierfür gerne griffige
Schlagwörter wie: "die Hausse nährt die Hausse", bzw. "die
Baisse nährt die Baisse". Eine niedrige Bewegungsdynamik macht einen
Kursverlauf dagegen anfällig für äußere Markteinflüsse. Für ein besseres
Verständnis dieses Sachverhaltes soll eine Metapher dienen: ein Fahrrad,
das sich mit niedriger Geschwindigkeit - also mit wenig Dynamik - bewegt,
ist in seinem Bewegungsverhalten in der Regel sehr instabil und kann bei
externen Einflüssen (Seitenwind, Bodenbelag etc.) schnell kippen. Bewegt
sich dagegen dieses Fahrrad mit hoher Geschwindigkeit und einer entsprechend
hohen Bewegungsdynamik, ist es im Fahrverhalten vergleichsweise stabil.
Der klassische Indikator für die Bewertung der Bewegungsdynamik ist der
ADX Indikator (siehe ADX).
Bewegungshoch
Als
Bewegungshoch bezeichnet man die aufeinanderfolgenden steigenden
Kursspitzen innerhalb eines intakten Aufwärtstrends. Die steigenden
Tiefpunkte einer aufwärts gerichteten Trendbewegung bezeichnet man
entsprechend als Reaktionstief.
Bewegungstief
Als
Bewegungstief bezeichnet man die aufeinanderfolgenden fallenden Tiefpunkte
des Kursverlaufes innerhalb eines intakten Abwärtstrends. Die fallenden
Hochpunkte einer abwärts gerichteten Trendbewegung werden als
Reaktionshoch bezeichnet.
Bewertungseinheit
siehe BEN
Bewertungssystem
Als Bewertungssystem werden alle in den entsprechenden Abteilungen der
Zentrale oder der in- und ausländischen Niederlassungen einer Bank
eingesetzten DV-Systeme bezeichnet, die zur Bewertung, also der Ermittlung
von wirtschaftlichen (Management Accounting) und handelsrechtlichen Ergebnisses
(Financial Accounting) aus Handelsgeschäften, genutzt
werden.
Bezugskurs
Preis für eine junge Aktiebei einer Barkapitalerhöhung.
Der Bezugskurs darf nicht unter Pari liegen.
Bezugsrecht
Recht der Aktionäre, bei Kapitalerhöhungen neue (junge) Aktienim Verhältnis ihrer bisherigen
Beteiligung zu erwerben. Lautet das Bezugsrecht 8 : 1, so kann auf acht
alte Aktien eine junge bezogen (d. h. gekauft) werden. Der Bezugskurs für
die jungen Aktien liegt in der Regel unter dem Börsenkurs der sog.
Altaktie. Der rechnerische Wert des Bezugsrechts errechnet sich nach
folgender Formel (Beispiel 8:1 zu 120,- DM. Kurs der alten Aktie 140,-
DM). B =
(Kurs
der alten - Kurs der neuen Aktie) / (Bezugsverhältnis +1) =
(140-120) / (8+1) = 2,22.
Das Bezugsrecht ist verkäuflich. Es wird während der Bezugsfrist
an der Börsegehandelt. Mit gleicher Formel
wird auch der rechnerische Wert bei der Ausgabe von Berichtigungsaktien
ermittelt. Also: B = 140 / 8 = 15,56. Bei beiden Kapitalerhöhungen
müssen die Ergebnisse je Aktie rückwirkend bereinigt werden
(also das DVFA-Ergebnis, die Dividende
je Aktie und der Kurs).
Bezugsverhältnis
(1) Bei der Kapitalerhöhung einer Aktiengesellschaft gibt das Bezugsverhältnis
darüber Auskunft, für wieviele alte Aktien eine neue (junge)
Aktie bezogen werden kann.
(2) Bei Optionsscheinendrückt das Bezugsverhältnis
aus, wieviele Einheiten des Basiswertesder Inhaber
einer Optionbei der Ausübung kaufen bzw.
verkaufen kann. Bei BarausgleichZahl, die für
die Berechnung des Differenzbetrags zugrundegelegt wird.
Bezugswert
Der bzw. das dem Optionsscheinin Form von Währungen
oder Wertpapieren zugrundeliegende Wert bzw. Instrument (z.B. Aktien,
Renten, Baskets, Edelmetalle, Indizes,
Terminkontrakte, Währungen, Zinsinstrumente)
Bid
Differenz aus Geld- und Briefkurs eines Wertpapiers (Geld-Brief-Spanne)
Bietergruppe
Bundesemissionen
Bis Ende 1997 wurden Bundesanleihen über das Bundesanleihekonsortium
begeben. Wegen einer immer geringeren Bedeutung des Konsortiums und den
positiven Erfahrungen mit der Konditionenfindung unter Wettbewerbsbedingungen
im Tenderverfahrenhaben Bund und Bundesbank bewogen,
es ab 1998 generell anzuwenden. Um die Effizienz des Tenderverfahrens
zu sichern, wurden seit 1998 folgende Modifikationen vorgesehen: Unverzinsliche
Schatzanweisungen, Bundesschatzanweisungen,
Bundesobligationenund Bundesanleihen werden
künftig nach einheitlichem Verfahren versteigert. Die Möglichkeit für
private Anleger, Bundesanleihen zum festen Kurs ex Emission erwerben zu
können, entfällt. Es wird eine "Bietergruppe Bundesemissionen" gebildet.
Ihr gehören der größte Teil der bisherigen Mitglieder des
Bundesanleihekonsortiums an. Mitgliedschaft in der Bietergruppe setzt eine
ausreichende Plazierungskraft voraus. Diese ist gegenwärtig gegeben, wenn
im Schnitt mindestens 0,05 % des gesamten zugeteilten Emissionsvolumens
ersteigert werden. Für die Bietergruppe wird jährlich eine Rangliste der
Mitglieder nach der Höhe ihrer Anteile am zugeteilten Emissionsvolumen
(ohne Nennung der Anteilsätze) veröffentlicht. Institute, die die
geforderte Plazierungskraft nicht erbrachten, scheiden aus der
"Bietergruppe" aus; spätere Wiederaufnahme ist möglich.
Bilanz
Die kontenmäßige Gegenüberstellung der Aktiva
und Passivaeines Unternehmens als Ergebnis der
Buchführung. Sie läßt die Entwicklung des Geschäftsganges
(Gewinn oder Verlust) als Saldo erkennen. Gesetzliche Vorschriften finden
sich vor allem im HGB sowie im Bilanzrichtliniengesetz. Die Bilanz ist
ein Bestandteil des Jahresabschlusses. Weitere Bestandteile sind
die Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Anhang (bestimmte
Erläuterungen).
Bildschirmtextverarbeitung (Btx)
s. T-Online
Billigst
Ohne Limiterteilter Auftrag zum Kauf von Wertpapieren
zum günstigsten Kurs. Gegensatz: Bestens.
BIZ
Abk. für Bank für Internationalen
Zahlungsausgleich (Basel)
BIZ-Eigenkapitalquote
Kennziffer international tätiger Kreditinstitute für die Unterlegung
ihrer Ausfallrisiken (gewichtete Risikoaktiva, einschließlich außerbilanzieller
Geschäfte) mit bankaufsichtsrechtlichem Eigenkapital (Kernkapital
und Ergänzungskapital Eigenkapital gemäß BIZ). Der Mindeststandard für das Verhältnis von Eigenkapital
zu risikogewichteten Aktiva beträgt 8 % (davon wenigstens 4 %
Kernkapital).
Black-Scholes
Modell zur Berechnung eines theoretisch richtigen Preises (fair value).
Ursprünglich nur für Aktienoptionen (Fischer Black & Myron
Scholes 1973), inzwischen gibt es viele modifizierte Formen davon.
Mathematische Optionspreisformel zur theoretischen Bewertung eines Optionsscheins;
wichtige Einflußgröße: Volatilität
(s. auch Fair Value)
Blankoindossament
Auch
Kurzindossament genannt. Es besteht lediglich aus der Unterschrift des
Indossanten, erfüllt jedoch alle Indossamentsfunktionen. Neben dem
Blankoindossament gibt es noch das Vollindossament sowie das Inkasso- und
Pfandindossament.
Blue Chip
Amerikanischer Börsenausdruck für die Aktie eines
besonders substanz- und ertragsstarken Unternehmens.
Bobl-Future
Kontrakt (Future) über eine idealtypische
Schuldverschreibungdes Bundes mit einer Nominalverzinsung
von 6%, lieferbar in Bundesobligationenund Bundesschatzanweisungen
mit einer Restlaufzeit von 3,5 bis 5 Jahren. Ansonsten entspricht die
Konstruktion des Bobl-Future der des Bund-Future.
Bogen
s. Dividendenschein, Zinsschein
Bond
International gebräuchliche Bezeichnung für (fest-)
verzinsliche Wertpapiere.
Bonifikation
(wörtlich: Vergütung) 1. Provision der Bank bei Neuemissionen
von Wertpapieren; 2. die Bonifizierung von Spareinlagen, ein zusätzlich
zum Zinssatz auf die Spareinlage vergüteter Zins.
Bonität
Bedeutet im Finanzwesen die Qualität der Zahlungsfähigkeit eines
Schuldners bzw. die Sicherheit einer Geldforderung. Unter Bonität
faßt man alle Faktoren der Kreditwürdigkeit
eines Schuldners zusammen. Übertragbar auch auf eine Institution,
die Wertpapiereemittiert. Siehe auch Adresse.
Bonus
Als Bonus bezeichnet man eine neben der Dividende zur Ausschüttung gelangende
einmalige Vergütung, die den Aktionären in besonders gut verlaufenden
Geschäftsjahren, bei Erzielung eines außerordentlichen Gewinns (z. B. bei
hohen Buchgewinnen aus der Veräußerung von Grundstücken) oder zu
besonderen Anlässen (z.B. Unternehmensjubiläum) gewährt wird.
Bookbuilding
Plazierungsverfahren (Plazierung) bei dem die
Investoren direkt in die Preisfindung eingebunden werden. Die gesamten
Zeichnungswünsche (Zeichnung) einschließlich
der Preisvorstellungen der Investoren werden zentral beim Lead-Manager
sowohl in quantitativer als auch qualitativer Hinsicht in einem "Buch"
EDV-mäßig erfaßt. Die aus diesem "Bookbuilding"-Vorgang
gewonnenen Erkenntnisse fließen zeitnah in die Preisfestlegung und
Zuteilung der Aktien
ein. Das Bookbuilding ist ein weithin akzeptiertes Verfahren, das
insbesondere darauf ausgerichtet ist, einen fairen Interessenausgleich
zwischen Emittent und Investor in Bezug auf die Höhe des Emissionspreises
herbeizuführen.
BÖGA
Abk. für Börsengeschäftsabwicklung
Borrower
Entleiher/Leihnehmer.
Börse
Ort, an dem sich regelmäßig Kaufleute zum Abschluß von
Handelsgeschäften in vertretbaren Sachen, insbesondere Wertpapieren und
Waren, treffen. An der Börse werden Angebot und Nachfrage marktmäßig
zusammengeführt.
Börsen-Order-Service-System (BOSS)
System zur zeitnahen, elektronischen Weiterleitung von Wertpapierorders
an die Börse.
Börsenarten
Je nach dem Handelsobjekt unterscheidet man für Wertpapiere nach Effektenbörsen, für
Währungen nach Devisenbörsen, für Terminkontrakte nach Terminbörsen und
für fungible Waren nach Produktenbörsen. Spezialbörsen gibt es u. a. für
Metalle, Zucker, Baumwolle oder für Dienstleistungen wie Frachten,
Schiffer- oder Versicherungsleistungen.
Börsenaufsicht
Wird ausgeübt von der jeweils zuständigen obersten Landesbehörde
(Börsenaufsichtsbehörde). Zu ihren
Aufgaben zählen besonders die Überwachung der Preisfindung und
der Handelsvolumina, die ständige Kontrolle der Einhaltung von Handelsuancen,
die Beobachtung der Eigengeschäfte der Kursmakler, der Vergleich
der Preise mit anderen Börsenplätzen und Handelssystemen sowie
die Aufrechterhaltung der Ordnung im Börsensaal (z.B. Frankfurter Wertpapierbörse).
Börsenaufsichtsbehörde
Sie hat die Befugnis zur unmittelbaren und umfassenden Beaufsichtigung
des Handelsgeschehens an den Börsen sowie eine Eilzuständigkeit
bei der Verfolgung von Insider-Vorfällen. Bei der Erfüllung
ihrer Überwachungs- und Kontrollaufgaben ist die Landesaufsichtsbehörde
berechtigt, sich der Handelsüberwachungsstelle der Börse zu
bedienen und ihr Weisung zu erteilen. Die Handelsüberwachungsstelle
als eigenständiges Börsenorgan ist zuständig für eine
umfassende Kontrolle des Tagesgeschäfts (Börsenaufsicht).
Börsengesetz
(BörsG) vom 22.06.1896 i. d. F. vom 27. 05.
1908, letzte Änderung am 01.01.1995, regelt die Organisation der deutschen
Börsen. Das BörsG umfaßt 6 Abschnitte: 1. Allgemeine Bestimmungen über die
Börsen und deren Organe, 2. Feststellung des Börsenpreises und
Maklerwesen, 3. Zulassung von Wertpapieren zum Börsenhandel mit amtlicher
Notierung, 4. Terminhandel, 5. Zulassung von Wertpapieren zum Börsenhandel
mit nicht-amtlicher Notierung, 6. Straf- und Bußgeldvorschriften,
Schlußvorschriften.
Börsengeschäftsabwicklung (BÖGA)
Sowohl BOSS-CUBE als auch Xetra verfügen über eine
direkte elektronische Schnittstelle zur Börsengeschäftsabwicklung BÖGA,
wodurch die Aufzeichnung und elektronische Weitergabe der Abwicklungsdaten
gewährleistet wird. Dies dient als Fundament für die
Geschäftsdokumentation bei Kreditinstituten und Maklern.
Börsennotierung
Auch Kursfeststellung, Feststellung der Kurse
für alle an der Börsezugelassenen
Wertpapiere. Bei amtlich notierten Wertpapieren
erfolgt diese Feststellung durch Kursmakler. Den
Ablauf regelt die Börsenordnung. Das Geschäft
wird zu dem Kurs abgeschlossen, bei dem die meisten Aufträge (Käufe
und Verkäufe) ausgeführt werden können (Meistausführungsprinzip).
Der Kurs für Wertpapiere kann börsentäglich einmal (Einheitskurs)
oder mehrmals täglich fortlaufend notiert werden (Variable Notierung).
Börsenordnung
Der Gesetzgeber schreibt für jede Börse
eine Satzung, die Börsenordnung, vor. Die Börsenordnung ist von der
jeweiligen Landesregierung zu genehmigen. Sie regelt u.a.:
- die Aufgaben des Börsenrates, der
Geschäftsführung und der Handelsüberwachungsstelle;
- die
Zulassung zum Börsenbesuch und zur Teilnahme am Börsenhandel;
- die
Zulassung oder Einführung von Wertpapieren;
- die
Feststellung des Börsenpreises sowie dessen Einstellung und
Aussetzung;
- die Zulassung von Wertpapieren zum Börsenterminhandel,
Geregelten Markt und Freiverkehr.
Börsenpflichtblatt
s. Kursblatt
Börsenplatz
Ort, an dem sich eine Börse befindet. In
der Bundesrepublik gibt es acht Wertpapierbörsen: Berlin, Bremen,
Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, München und
Stuttgart. Bis vor dem Ersten Weltkrieg gab es in Deutschland 29 Börsen
einschließlich der Produktenbörsen. 1935 waren es noch 21,
die nach der NS-Börsenreform auf neun reduziert wurden: Berlin, Breslau,
Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg einschließlich Bremen, Hannover,
Leipzig, München und Stuttgart.
Der Börsenplatz ist der Handelsort
bei börsengehandelten Dealtypes.
Börsenprospekt
Für Wertpapiere, die zum Handel an einer
Börse
zugelassen werden sollen, muß zuvor in den Pflichtblättern der Börse ein
Prospekt (in Anzeigenform) veröffentlicht werden. Zweck ist die
ausreichende Information der Öffentlichkeit über das Wertpapier und den
Emittenten. Welche Informationen gegeben werden müssen, ist
vorgeschrieben, u. a.:
- Entwicklung und Geschichte des Unternehmens oder der
Gesellschaft;
- Geschäftsbereich und Tätigkeit;
- Zukunftsaussichten;
- namentliche Nennung aller Vorstands- und
Aufsichtsratsmitglieder;
- letzte Jahresabschluß
(Bilanz mit Gewinn- und
Verlustrechnung).
Der Prospekt ist der Zulassungsstelle vorzulegen, die den Informationsgehalt
überprüft. Nach dem Börsengesetz
können nur die Pfandbriefanstalten von der Prospektpflicht befreit
werden, da sie unter staatlicher Aufsicht stehen. Der Prospekt ist bei amtlich
notierten Wertpapieren in allen Börsenpflichtblättern, in denen
der Zulassungsantrag veröffentlicht wurde, ebenfalls abzudrucken. Beim
geregelten Markt enthalten die jeweiligen Börsenordnungen Bestimmungen
bezüglich der Veröffentlichung des Unternehmensberichts.
Börsenrat
Besteht aus 24 Mitgliedern, die für 3 Jahre gewählt werden.
Die Aufgaben des Börsenrates werden in der jeweiligen Börsenordnung
festgelegt, u.a. erläßt er die Börsen- und Gebührenordnung,
die Geschäftsordnung für die Geschäftsführung, die
Bedingungen für die Geschäfte an der Börse,
die Schiedsgerichtsordnung (Börsenschiedsgericht) und die
Geschäftsbedingungen für den Börsenterminhandel.
Börsenschiedsgericht
Entscheidet über Streitigkeiten aus Geschäften, die in
die Börsengeschäftsabwicklung der jeweiligen Wertpapierbörse eingegeben
wurden, einschließlich der Frage, ob zwischen den Parteien ein Geschäft
zustande gekommen ist.
Börsentermingeschäfte
Waren-, Devisen- und Effektengeschäfte, die an der Börse
gehandelt werden und deren Lieferung bzw. Abnahme und Bezahlung nicht
am Tag des Vertragsabschlusses, sondern an einem späteren, zum Zeitpunkt
des Vertragsabschlusses bereits fixierten Datum und zu einem bei Abschluß
festgelegten Kurs bzw. Preis stattfindet.
Börsenzulassung
s. Zulassung
Bollinger Bands
Bollinger
Bänder basieren auf einem GD, der um jeweils den gleichen Wert nach unten
und oben versetzt wird. Im Bereich der Derivate wird dieser Indikator sehr
häufig eingesetzt. Bollinger Bänder versuchen, die Kurse mit Hilfe einer
oberen und unteren Begrenzung einzufangen. Sie nutzen dazu ein Phänomen,
das aus der Statistik gekannt ist. In der Nähe des Mittelwerts befinden
sich immer die meisten Werte, darum "streuen" einige Ausreisser nach oben
und unten. Der Indikator reagiert damit auf eine zunehmende Volatilität
(die annualisierte Standardabweichung). Durch ihren statistischen
Hintergrund liefern die Bollinger Bands eigentlich nur ein Ergebnis: sie
begrenzen den Bereich, in dem sich ein bestimmter Prozentsatz von Kursen
bewegt. Bei einfacher Standardabweichung sind es rund 70%, bei 2-facher
Standardabweichung sind es rund 95% der Kurse. Weiterhin kann man davon
ausgehen, dass die Kurse immer wieder am oberen bzw. unteren Rand anstoßen
und sich dann in die entgegengesetzte Richtung bewegen. Aufgrund dieser
Eigenschaften werden die Bollinger Bands meistens zusammen mit anderen
Indikatoren eingesetzt. Ein Handelssignal lässt sich aus dem Erreichen
eines oberen oder unteren Bands nicht herleiten. Besonders ist hier die
Analyse mit dem MACD zu erwähnen. Erreicht der Kurs ein Bollinger Band und
divergiert die Entwicklung zwischen MACD und dem Basiskurs, so kann man
davon ausgehen, dass der Kurs sich wieder in Richtung des anderen
Bollinger Bands bewegt.
BOSS
Abk. für Börsen-Order-Service-System
Dieses Sytem erlaubt die elektronische Übermittlung von Wertpapierorders
zum skontroführenden Makler und die umgehende Auftragsbestätigung
für den Auftraggeber.
Bottom-up-Verfahren
Verfahren zur Umstellung von Anleihen auf den Euro. Die einzelnen Kundendepots
werden umgerechnet und Rundungsdifferenzen über die Depotstelle hinweg
"von unten nach oben" ausgeglichen. Die Umstellung erfolgt pro Depotbestand.
Dabei wird die Umstellung von unten nach oben, beginnend mit den einzelnen
Kundendepots, durchgeführt. Der Bestand des Kundendepots wird mittels
des offiziellen Umrechnungskurses auf Euro umgestellt. Auf die gleiche
Weise werden in weiteren Schritten die Lagerbestände der weiteren
Verwahrebene, also der Banken bei der Deutsche Börse Clearing und
zuletzt das bei der Deutsche Börse Clearing
verwahrte Gesamtvolumen der Emission in Euro umgerechnet. Dieses
"Bottom-up"-Verfahren erzeugt zwar einen Abstimmungsbedarf innerhalb des
Bankensystems, hat aber den Vorteil, daß Rundungsdifferenzen minimiert
werden.
Brady Bonds
Als Brady Bonds werden Anleihenbezeichnet, die
zur Restrukturierung von Bankkrediten durch öffentliche Schuldner
begeben werden. Das Konzept geht zurück auf den ehemaligen US-Finanzminister
Nicolas F. Brady, der 1989 einen Katalog von Maßnahmen zur Lösung
des Schuldenproblems der Entwicklungsländer vorgestellt hatte: Die
Gläubigerbanken sollten den Schuldnerländern einen Teil ihrer
Forderungen erlassen. Der Schuldendienst wurde durch den Austausch der
Darlehengegen Anleihen mit längeren Laufzeiten
reduziert, die entweder einen Abschlag auf den Nennwert aufwiesen und/oder niedriger als
marktüblich verzinst waren. Die Qualität der Bonds wurde durch Garantien
erhöht.
Break-Even-Kurs
Bei Optionen oder Optionsscheinen bezeichnet man
denjenigen Kurs des Basiswertes als Break-Even-Kurs, ab dem unter
Berücksichtigung der gezahlten Optionsprämie eine verlustfreie Ausübung
des Optionsrechts möglich ist.
Bridge
Financing
Instrument der Venture Capital
Finanzierung. Überbrückungsfinanzierung, bei der einem Unternehmen
finanzielle Mittel zur Vorbereitung des Börsengangs insbesondere zur
Verbesserung der Eigenkapitalquote zur Verfügung gestellt wird.
Briefkurs
Darunter versteht man im Wertpapierhandel allgemein den Börsenkurs,
zu dem Angebot in einem Wertpapier besteht; Gegensatz Geldkurs.
Der Kurszusatz B = Brief (Angebot) wird verwendet, wenn kein Umsatz zustande
gekommen ist. Dieses Papier wurde zum Kauf angeboten, fand aber zum genannten
Kurs keinen Käufer.
Broadening Top
Ein
Broadening Top ist eine äußerst selten auftretende Formation, die am Ende
eines aufwärts gerichteten Primärtrends steht. In gewisser Weise ähnelt es
einem nach rechts geöffneten Dreieck. Statt sich wie bei einem normalen
Dreieck zu verengen, verbreitern sich die Kursausschläge zwischen den Tief
und Hochpunkten. Ein Broadening Top wird durch fünf klar erkennbare
Trendumkehrpunkte gebildet, wobei sich kein weiterer Wendepunkt auf den
die Formation begrenzenden Trendlinien hinzugesellen darf, da die
Formation sonst ihre Gültigkeit verlöre. Das Chartbild besteht somit aus
drei Kursspitzen und zwei Böden. Warum gerade fünf Umkehrpunkte für die
Existenz des Broadening Tops gefordert werden, ist logisch nicht
nachvollziehbar und beruht auf Erfahrung.
Broker
Makleran der anglo-amerikanischen Börse,
der nicht auf eigene Rechnung, sondern im Auftrag anderer gegen Provision
Wertpapiergeschäfte abschließt. In den USA und in England dürfen
Banken an der Börse keine Wertpapiere kaufen. Bei Kauf oder Verkauf
wenden sie sich deshalb an private Broker.
Bruttosozialprodukt
Der
Geldwert aller im Inland jährlich erzeugten Güter und in Anspruch
genommenen Dienste, ausgedrückt in einer Währungseinheit (z. B. DM). Das
Bruttosozialprodukt abzüglich der enthaltenen Abschreibungen und
indirekten Steuern plus der staatlichen Subventionen ergibt das
Nettosozialprodukt - vereinfacht das Volkseinkommen. Das
Bruttosozialprodukt der Bundesrepublik betrug 1995 DM 3,4 Bio (+4,1%).
BSE
Abk. für Belegloser Scheckeinzug
Buchgeld
Auch Giralgeld, Bankengeld oder Depositengeld. Guthaben von Kunden auf
Giro- bzw. Kontokorrentkonten(Sichteinlagen)
bei einer Bank, über das ohne jegliche Einschränkung zu jeder
Zeit verfügt werden kann. Buchgeld gibt Kreditinstituten die Möglichkeit,
durch Kreditgewährung Geldschöpfung zu betreiben. Das Pendant
zum Buchgeld ist Bargeld.
Buchkurs
Wert, mit dem das Handelsobjekthandelsrechtlich
bilanziert wird. Bei Verwendung des Niederstwertprinzip ist der Buchkurs =
min(Marktwert, Einstandskurs).
Buchungssystem
Als Buchungssystem werden alle in den entsprechenden Abteilungen der Zentrale
oder der in- und ausländischen Niederlassungen einer Bank eingesetzten
DV-Systeme bezeichnet, die zur Veranlassung der mit Handelsgeschäften in
Verbindung stehenden Buchungen genutzt werden.
Bullish
"bullish" sein, d. h. an eine weitere Verbesserung
(des Aktienkurses) glauben.
bull
market
steigender (Aktien-) Markt.
Bull Spread
Kauf eines Spreads: Long-Position in einem näheren Terminmonat + Shortposition
in einem entfernteren Terminmonat.
Kombination aus dem Kauf einer Kaufoption mit niedrigerem und dem Verkauf
einer Kaufoption mit höherem Basispreis.
Bund-Future
Kontrakt (Futures) über eine idealtypische
Bundesanleihemit einer Nominalverzinsung von
6 % und einer Restlaufzeit von 8,5 bis 10 Jahren. Der Nominalwert
eines Kontraktes beträgt DM 250.000,-. Die Laufzeiten richten sich
nach den zur gleichen Zeit verfügbaren Bund-Future-Liefermonaten.
Dies sind immer die drei nächstliegenden Monate des Zyklus März,
Juni, September und Dezember. Die Ausübung der Option
ist an jedem Geschäftstag während der Börsenzeit möglich
(Amerikanische Option).
Bundesanleihe
Börsengehandelte Schuldverschreibungen des Bundes mit einer Laufzeit
von 10 - 30 Jahren. Bundesanleihen haben eine zentrale Stellung am deutschen
Kapitalmarkt sowie im Kapitalverkehr mit dem Ausland. Ihre jeweiligen
Konditionen sind wichtige Orientierungsgrößen für den
gesamten Markt für DM-Schuldtitel. Sowohl Bundesanleihen als auch
Bundesobligationensind mit einem festen Nominalzins ausgestattet, die Ausgabepreise
sind variabel. Der Erwerb von Bundesanleihen unterliegt keinerlei
Beschränkungen. Die Mindeststückelung wurde Anfang 1993 von 100 DM auf
1.000 DM erhöht. Sie sind Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand im
weitesten Sinne, die zur Finanzierung von öffentlichen Ausgaben ausgegeben
werden. Sie verbriefen Forderungsrechte (§ 793 BGB). Es werden
festverzinsliche, variabel verzinsliche und unverzinsliche Anleihen
begeben.
Bundesanleihekonsortium
Ehemaliges Konsortium, das unter Führung
der Deutschen Bundesbank für die Emission
von Bundesanleihen bis 1997 zuständig war. Jeder Konsorte verpflichtete
sich zur Übernahme eines seiner Quote entsprechenden Teilbetrages
auf eigene Rechnung. Die Konsortialquoten wurden seit 1991 in etwa jährlichen
Abständen - abhängig von der Plazierungskraft der einzelnen
Institute - durch die Bundesbank neu berechnet. Mitglieder des Bundesanleihekonsortiums
waren in Deutschland ansässige Kreditinstitute, die das Wertpapiergeschäft
betrieben haben und eine nennenswerte Plazierungskraft in Bundesanleihen
hatten. Ende Juni 1995 bestand das Bundesanleihekonsortium aus 95 Instituten,
darunter 48 Häuser in ausländischem Besitz. Ende 1997 wurde
das Konsortium durch die Bietergruppe Bundesemissionen ersetzt.
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BAFIN) Die
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht - kurz BaFin – vereinigt
seit ihrer Gründung im Mai 2002 die Aufsicht über Banken und
Finanzdienstleister, Versicherer und den Wertpapierhandel unter einem
Dach. Die BaFin ist eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts und unterliegt der Rechts- und Fachaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen. Sie finanziert sich aus Gebühren und Umlagen der beaufsichtigten Institute und Unternehmen. Damit ist sie unabhängig vom Bundesetat.
Sie beaufsichtigt und kontrolliert sämtliche Kreditinstitute auf Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften (Gesetz über das Kreditwesen) sowie übt sie die Aufsicht nach dem Wertpapierhandelsgesetz aus. Im Rahmen ihrer Solvenzaufsicht sichert die BaFin die Zahlungsfähigkeit von Banken, Finanzdienstleistungsinstituten und Versicherungsunternehmen. Durch ihre Marktaufsicht setzt die BaFin zudem Verhaltensstandards durch, die das Vertrauen der Anleger in die Finanzmärkte wahren. Zum Anlegerschutz gehört es auch, dass die BaFin unerlaubt betriebene Finanzgeschäfte
bekämpft. Sie hat im Rahmen der ihr zugewiesenen Aufgaben Mißständen
entgegenzuwirken, welche die ordnungsmäßige Durchführung von
Bankgeschäften beeinträchtigen oder erhebliche Nachteile für den
Wertpapiermarkt bewirken können. Die Bundesanstalt kann Anordnungen
treffen, die geeignet sind, diese Mißstände zu beseitigen oder zu
verhindern.
Bundesaufsichtsamt für das
Kreditwesen (BAKred)
Ehemals selbständige
Bundesbehörde - wurde im Jahr 2002 in die BAFIN integriert.
Bundesaufsichtsamt
für den Wertpapierhandel (BAWe)
Ehemals
selbständige Bundesoberbehörde - wurde im Jahr 2002 in die BAFIN
integriert.
Bundesobligationen
Daueremissionen des Bundes zu festem Zins
und einer vereinbarten Laufzeit
von fünf Jahren. Bundesobligationen sind börsenfähig und
werden jeweils nach dem Verkaufsabschluß einer Serie an der Börse
eingeführt. Die Anteile sind zu DM 100,- gestückelt.
Bundesschatzanweisung
s. Schatzanweisungen
Bundesschatzbrief
Emissiondes
Bundes, festverzinslich. Die Zinsen werden jährlich (Typ A, 6 Jahre
Laufzeit) gezahlt
oder mit Zinseszinsen bei der Rückzahlung dem Nennwert
zugeschlagen (Typ B, 7 Jahre Laufzeit). Sie werden nicht in den Börsenhandel
eingeführt.
Bundesschatzbriefe sind Schuldverschreibungen des Bundes, die zur Finanzierung
öffentlicher Ausgaben dienen. Bundesschatzbriefe wurden erstmals 1969
ausgegeben und sind in zwei verschiedenen Typen, Typ A und Typ B, erhältlich.
Bundesschatzbriefe vom Typ A besitzen eine Laufzeit von sechs Jahren und
werden bei Fälligkeit zum Nennwert zurückgezahlt. Bundesschatzbriefe
vom Typ B besitzen eine Laufzeit von sieben Jahren und werden bei Fälligkeit
zum Rückzahlungswert zurückgezahlt. Der Rückzahlungswert
errechnet sich aus dem Nennwert zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen
und Zinseszinsen. Weitere
Informationen.
Bundesschuldbuch
s. Schuldbuchforderungen
Bundesschuldenverwaltung
Verwaltet die vom Bund und seinen Sondervermögen
aufgenommenen Kredite. Die Bundesschuldenverwaltung ist eine selbständige
Bundesoberbehörde im Bereich des Bundesministeriums der Finanzen. Zu ihren
gesetzlichen Aufgaben gehören:
- Prüfung der Kreditaufnahme
- Beurkundung der Kredite
- Führung des Bundesschuldbuches
- Zahlung der Zinsen und fälligen
Kapitalbeträge.
Jeder Erwerber von Bundeswertpapieren kann anstelle der Depotverwaltung
bei einem Kreditinstitut
die Eintragung seiner Wertpapiere
auf einem auf seinen Namen lautenden Einzelschuldbuchkonto verlangen.
Buy / Hold Return
Hier wird der Ertrag einer theoretischen Position angezeigt, die zum ersten
getätigten Geschäft eingegangen wurde und bis zum aktuellen Zeitpunkt
noch immer gehalten wird. Diese Kennziffer hat mehr informativen Charakter.
Bei einem trendfolgenden Ansatz läßt sich hier mitunter noch ein sinnvoller
Vergleich ziehen, besonders in fallenden Märkten. Bei Contratrend Handelsansätzen, bzw.
Ausbruchs- und Formationserkennungsstrategien ist der Vergleich zwischen
dem Systemergebnis und dem theoretischen Ertrag einer buy and hold
Strategie wenig sinnvoll.
Bürgschaft
Vertrag, durch
den sich ein Bürge verpflichtet, dem Gläubiger für die Erfüllung der
Verbindlichkeit eines Schuldners einzustehen. Rechtliche Grundlage der
Bürgschaft sind die §§ 765ff BGB. Bei diesem Vertrag handelt es sich um
eine einseitige Verpflichtung des Bürgen, der Gläubiger besitzt aus diesem
Vertrag nur Rechte. Die Bürgschaft setzt das Bestehen einer Hauptschuld
voraus, an die die Bürgschaft akzessorisch gebunden ist. Es gibt
verschiedene Arten von Bürgschaften. Bekannt sind vor allem die
selbstschuldnerische Bürgschaft, die Ausfall- bzw. modifizierte
Ausfallbürgschaft und die Mitbürgschaft. Bürgschaften werden auch bei
Avalen bzw. Avalkrediten
herausgelegt.
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